Der fünfundzwanzigjährige Bruno Borges verschwand am 27. März spurlos aus der brasilianischen Stadt Rio Branco und sein Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen, da bekannt wurde, dass sich der junge Mann dem Okkulten und Mystischen verschrieben hatte und man darin die Antwort vermutete (wir berichteten
hier und
hier). Er hinterließ sein Zimmer in der elterlichen Wohnung mit mysteriös kodierten Texten und seltsamen Diagrammen an den gesamten Wänden und einer großen Statue von Giordano Bruno, einem italienischen Philosophen und Astronomen des 16. Jahrhunderts. Außerdem hatte er 14 Bücher seltsam aufgereiht zurückgelassen, die alle von ihm in einem unbekannten Code verfasst worden waren.
Im Juni deuteten neue Ermittlungsergebnisse der brasilianischen Polizei darauf hin, dass es sich um einen inszenierten PR-Schwindel handeln könnte, der Borges Karriere als Autor fördern sollte (
wir berichteten). Nun scheint sich dieser Anfangsverdacht zu bestätigen, denn Borges tauchte kurz nachdem sein Buch »TAC - Knowledge Absorption Theory« (deutsch: TAC - Wissensabsorptionstheorie) in Brasilien zum Bestseller wurde, wohlbehalten wieder auf.
Wie der
Globo schreibt, wurde er von einer Überwachungskamera erfasst, als er am 11. August barfuß und abgemagert vor dem Haus seiner Eltern auftauchte. Da sie nicht anwesend waren, wartete er vor der Tür auf ihre Rückkehr. Ein paar Tage später versuchte Borges in einem Fernsehinterview (siehe Video) sein Verschwinden damit zu erklären, dass er in die Abgeschiedenheit gegangen wäre, um "etwas zu suchen, eine Wahrheit in mir, die ich finden musste". Wo er sich die gesamte Zeit seit März aufgehalten hat, wollte er nicht sagen, er erklärte lediglich, dass er keinerlei Kontakt zur Außenwelt gehabt habe - und somit auch keine Informationen zu dem ganzen Presserummel um sein Verschwinden.
Borges bestreitet energisch, dass sein Verschwinden inszeniert worden sei, um irgendwelche finanzielle Vorteile beim Buchverkauf zu erzielen und verweist darauf, dass er freiwillig einigen Freunden vertraglich eine prozentuelle Beteiligung zugesichert hatte, was wohl ein deutliches Zeichen seiner uneigennützigen Absichten zu bewerten ist.
Juristisch wird es kein Nachspiel haben, da Borges gegen keinerlei Gesetze verstoßen hat aber sein Fall dürfte von der Öffentlichkeit sicherlich sehr kritisch betrachtet werden. Denn der Verdacht einer Inszenierung, um sein Buch weltweit bekannt zu machen, ist auch trotz seiner ganzen Erklärungen und Beteuerungen nicht ganz von der Hand zu weisen.
Kommentar: UFO-Fan verschwindet auf unbekannte Weise