Roboterpriester Japan
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Japan ist dafür bekannt, bei der Entwicklung humanoider Roboter an der Spitze zu stehen. Ihre intelligenten Maschinen ersetzen bereits viele menschliche Tätigkeiten wie beispielsweise an der Hotelrezeption, als Lehrer, bei der Begleitung älterer Menschen oder sogar als Sexualpartner. Jetzt wurde die Liste um einen Priester ergänzt.

Der japanische Telekommunikations- und Medienkonzern SoftBank präsentierte seinen Roboter-Priester »Pepper« am vergangenen Mittwoch im Rahmen der »Life Ending Industry Expo« in Tokio, Japans größter Fachmesse für Bestattungsbedarf und Friedhofstechnik.

In traditioneller buddhistischen Robe gekleidet, kann der erste vollautomatische Trauerredner die buddhistischen Schriften singen, dazu Trommeln sowie die Trauerzeremonie für jene Menschen auf Video übertragen, die nicht persönlich an der Beerdigung teilnehmen können.

Pepper soll in buddhistischen Tempeln eingesetzt werden und dort nicht nur die Mönche entlasten, sondern vor allem auch einige Leistungen günstiger machen. Denn eine Beerdigungszeremonie bei einem traditionellen Mönch kostet umgerechnet 1867 Euro, bei Pepper lediglich 389 Euro.

Ob der technologische Fortschritt auch in der Religion Fuß fassen kann und von der Bevölkerung angenommen wird oder ob die Menschen für jahrhundertealte Traditionen gerne mehr bezahlen, bleibt abzuwarten.

Übrigens, Pepper hatte bereits in 2015 für Schlagzeilen gesorgt, als er als Standesbeamter in Japan die weltweit erste offizielle Roboter-Hochzeit durchführte (wir berichteten).