Auf einer Baustelle im Frankfurter Westend ist eine tonnenschwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Am Sonntagmorgen müssen deswegen Zehntausende Menschen ihre Wohnungen räumen. Es wird voraussichtlich die größte Evakuierung der deutschen Nachkriegsgeschichte.

© hessenschau.de/Vogel, Bing Maps/Collage: hessenschau.de
Eine 1,8-Tonnen-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg sorgt für Aufregung in Frankfurt: Die englische Luftmine mit der Bezeichnung HC-4000 wurde am Dienstagnachmittag auf einer Baustelle im Westend in der Nähe des Uni-Campus gefunden.
Laut Kampfmittelräumdienst ist die 1,8 Tonnen schwere Bombe mit 1,4 Tonnen Sprengstoff TNT gefüllt. Laut Polizei besteht derzeit keine Gefahr.
Krankenhäuser und Bundesbank betroffenAm Sonntag soll die Bombe laut Polizei am Mittag entschärft werden. Dazu wird ab dem Morgen die Umgebung in einem Radius von 1,5 Kilometern Entfernung abgesperrt, sagte René Bennert vom Kampfmittelräumdienst hessenschau.de. Die genauen Uhrzeiten sind noch nicht bekannt.
Zehntausende Anwohner müssen ihre Wohnungen verlassen. Im Gefahrenbereich liegen außerdem die Deutsche Bundesbank, das Markuskrankenhaus und das Bürgerhospital, das Frankfurter Polizeipräsidium, der Hessische Rundfunk und der Palmengarten.
Derzeit beraten Polizei und Feuerwehr nach eigener Aussage noch das genaue Vorgehen. Die Polizei kündigte an, über die Webseiten und Social Media Kanäle der
Frankfurter Polizei und der
Feuerwehr über die Evakuierungsmaßnahmen zu informieren.
Die Bombe wurde durch Luftaufnahmen gefunden, es handele sich nicht um einen Zufallsfund, sagte Bennert vom Kampfmittelräumdienst hessenschau.de. Die Bombe sei zwei Meter groß mit einem Durchmesser von 76 Zentimetern - allerdings sei sie nicht mehr vollständig, ursprünglich sei sie länger gewesen.
Möglicherweise Flugzeuge betroffenOb die Bombenentschärfung Auswirkungen auf den Luftverkehr über Frankfurt hat, ist nach Angaben der Deutschen Flugsicherung in Langen noch unklar. Das hänge auch von den Windverhältnissen am Sonntag ab. Im Anflug auf den größten deutschen Flughafen überqueren Flugzeuge nur bei Ostwind das Gebiet über dem Fundort der Bombe. Bei Ostwind könnte der Flughafen also betroffen sein.
Als bisher größte Evakuierungsaktion der Nachkriegszeit galt eine Bombenentschärfung Ende 2016.
Damals mussten in Augsburg rund 54.000 Menschen aus ihren Wohnungen. Im Mai dieses Jahres wurden in Hannover 50.000 Anwohner in Sicherheit gebracht, weil eine Weltkriegsbombe unschädlich gemacht werden musste.
dpa/lhe, hessenschau.de
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