Nach blutigen Zusammenstößen in Burma sind in der russischen Kaukasus-Republik Tschetschenien Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen das Vorgehen der burmesischen Sicherheitskräfte zu protestieren. Nach Angaben des Innenministeriums nahmen mehr als eine Million Menschen an einer riesigen Demo in Grosny teil.

Der tschetschenische Republikchef Ramsan Kadyrow forderte in einer Ansprache die Weltgemeinschaft auf, die "humanitäre Katastrophe in Burma zu stoppen und das sterbende Volk der Rohingya zu retten".

Nach Kadyrows Einschätzung gehen die burmesische Armee und die Sicherheitskräfte im Stil der "KZ-Aufseher zu NS-Zeiten" gegen die muslimische Minderheit der Rohingya vor. "Wehrlose Menschen werden lebendig zerrissen, verbrannt und ertränkt", so Kadyrow.

Die Organisatoren der Demo verlasen einen Appell an den russischen Präsidenten Wladimir Putin, in dem dieser aufgefordert wurde, "sein internationales Ansehen einzusetzen, um den Genozid an den Muslimen in Burma zu stoppen".

Am Sonntag hatten in Moskau hunderte Muslime - ohne behördliche Genehmigung - gegen die Gewalt in Burma protestiert.

Burma (auch Myanmar) wird von den schlimmsten Gewaltaktionen seit Jahren erschüttert. Die Armee geht in der Provinz Rakhine gegen islamistische Rebellen vor, nachdem diese Polizei- und Militärposten attackiert hatten. Die blutigen Unruhen kosteten in den letzten Tagen rund 30 Sicherheitskräfte und etwa 370 Rebellen das Leben. Zehntausende Angehörige der Volksgruppe Rohingya sind laut der UN ins Nachbarland Bangladesch geflohen.