
Gemeinsam mit Professor Stefan Garthe sowie Dr. Sven Jacobsen und Professor Chris Hall erläutert Vanselow in seinem Artikel die möglichen Auswirkungen zweier Sonnenstürme Ende 2015 auf einzelne magnetische Komponenten im Seegebiet zwischen Norwegen und Schottland: "Insbesondere haben wir die stunden- bis tagelangen sonnensturmbedingten Verbiegungen des Magnetfeldes in dem Meeresgebiet zwischen Norwegen und Schottland, wo die Wale irrtümlich in die Nordsee abgebogen waren, analysiert. Diese Daten haben wir mit den dort natürlich vorkommenden geomagnetischen Anomalien verglichen."
Dabei entdeckten die Wissenschaftler, "dass die Sonnensturmstörungen zum einen das Erd-Magnetfeld selbst verbiegen können (mit magnetischen Fehlinterpretationen um bis zu mehreren 100 Kilometern in Nord-Süd-Richtung). Zum anderen können während des Durchschwimmens der Anomalien zwischen Schottland und Norwegen Verwirrungen für die Wale auftreten, da die zeitlichen Magnetfeldfverbiegungen den natürlichen geomagnetischen Anomalien ähneln oder diese Aufheben können."
Neben den Magnetfeldverschiebungen selbst, könnten also die Sonnenstürme selbst falsche Anomalien vortäuschen bzw. echte verschwinden lassen. "Sind die Tiere erstmal in die Nordsee gelangt, haben sie aufgrund der dort andersartigen Umweltverhältnisse meistens keine Chance, ihren Kurs zu korrigieren und stranden in der Sackgasse Nordsee."
Laut den Forschern verdeutlicht die Studie zudem, dass die Störungen des Erd-Magnetfeldes durch Sonnenstürme äquatorfern stärker ausfallen. "Da die Pottwale äquatornah aufwachsen, wo die Sonnensturmauswirkungen auf das Magnetfeld aber erheblich geringer sind, müssen sie den Umgang mit diesen Störungen in höheren Breiten also erst erlernen", so Vanselow abschließend. "Der hohe Anteil an gestrandeten Jungbullen ließe sich mit dieser These erklären."



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