
Noch heute sind der vulkanische Basalt, der die großen Einschlagsbecken anfüllte deutlich als dunkle Flächen auf der Mondoberfläche in Form der ausgedehnten, sogenannten Mare zu erkennen. Eine Analyse von Gesteinsproben aus diesen lunaren Tiefebenen, wie sie während der Apollo-Missionen gesammelt werden konnten zeigt, dass die einstige Magma Gase wie Kohlenmonoxid, Wasser, Schwefel und andere flüchtige Stoffe beinhaltete.
Needham, Kring und Kollegen haben nun die Menge der damals aus der Mondlava ausströmenden Gase errechnet, als diese über die junge Mondoberfläche floss und dabei ermittelt, dass sich diese in einer, wenn auch vergänglichen, Atmosphäre bilden konnte.
Demnach war diese Mondatmosphäre am dichtesten, als auch die vulkanische Aktivität des Mondes vor rund 3,5 Milliarden Jahren ihren Höhepunkt erreicht hatte. Zu dieser Zeit war der Mond unserer Erde noch deutlich näher und erschien drei mal größer am Nachthimmel als heute. Die Atmosphäre, so schlussfolgern die Wissenschaftler weiter könnte damals ganze 70 Millionen Jahre gehalten haben, bevor sie wieder ins All verloren ging.
Die beiden größten Eingaben in die Mondatmosphäre stellten laut der Studie jene Ausbrüche dar, die vor rund 3,8 und 3,5 Milliarden Jahren die Ebenen Serenitatis und Imbrium füllten, wie sie von den Astronauten der Apollo-Missionen 15 und 17 untersucht und beprobt werden konnten.

Die auf diese Weise errechnete Menge an in den Mondkratern erhaltenem Wassereis könnte damit erstmals eine quantifizierte nützliche Einschätzung der auf dem Mond durch direkten Abbau erreichbaren Wassermengen für zukünftige Mondstationen darstellen.
"Unsere Ergebnisse verändern unser Bild vom Mond als luftlosem Felsbrocken hin zu einem Körper, der einst von einer Atmosphäre umgeben war, die dichter war als die des heutigen Mars", stellt Kring abschließend fest.



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