Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont , sein Stellvertreter Oriol Junqueras sowie der Vorsitzende des katalanischen Parlaments, Carme Forcadell, haben die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Das hat der spanische Fernsehsender "Canal 24Horas" in einer Live-Sendung gemeldet.
© REUTERS/ Albert Gea
Das Dokument haben auch weitere, für die Loslösung Kataloniens von Spanien plädierende Abgeordnete aus der Separatisten-Koalition Junts Pelsi (zu Deutsch: "Zusammen für das Ja" - Anm. d. Red.) und aus der linksradikalen Candidatura d'Unitat Popular (zu Deutsch: Kandidatur der Volkseinheit - Anm. d. Red.) unterzeichnet. Sie besitzen in dem katalanischen Parlament 72 Mandate und somit die absolute Stimmenmehrheit.

Die Unterzeichnung hat stattgefunden, obwohl Carles Puigdemont der spanischen Presse zufolge dem Regionalparlament vorgeschlagen hatte, die Unabhängigkeitserklärung zu verschieben, um einem Dialog mit Madrid einzuleiten.

Das Dokument hat eher eine symbolische als eine rechtliche Bedeutung. Demzufolge ist Katalonien bereit, Verhandlungen mit Spanien ohne Vorbedingungen im Interesse der beiden Seiten aufzunehmen.

Zuvor hatte der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont mitgeteilt, dass die Erklärung der Unabhängigkeit im Gesetz über Referenden vorgesehen sei.

Am 1. Oktober hatten nach katalanischen Angaben 90 Prozent der Wähler in einer Volksabstimmung für die Unabhängigkeit von Spanien gestimmt. Von Madrid war das Referendum untersagt worden. Zahlreiche Wahllokale wurden von der spanischen Polizei geschlossen und viele Stimmzettel beschlagnahmt. Viele Gegner einer Abtrennung hatten nicht teilgenommen, die Wahlbeteiligung kam nur auf 43 Prozent.