Bei einem Schusswechsel am späten Montagabend in Alsfeld wurde ein 54-jähriger Mann tödlich verletzt. Wie die Polizei mitteilte, meldeten Anwohner der Grünberger Straße gegen 22.23 Uhr Schüsse aus einem Wohnhaus. Die zuerst eintreffenden Polizisten stellten daraufhin fest, dass offensichtlich scharfe Munition verwendet wurde. Aus diesem Grund wurden Spezialkräfte nach Alsfeld gerufen.
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Alsfeld - Der alkoholisierte Mann war laut Staatsanwalt Rouven Spieler aus dem Haus herausgetreten und hatte mehrfach auf einen Streifenwagen und ein in der Straße geparktes Fahrzeug geschossen. "Die tödlichen Schüsse wurden noch abGEgeben, bevor das Sondereinsatzkommando vor Ort war", erläuterte Spieler. Die Polizisten blieben unverletzt. Das Motiv blieb noch unklar. Was für eine Waffe der 54-jährige benutzte und ob er einen Waffenschein besaß, war bis zum späten Dienstagvormittag noch nicht ermittelt. "Dazu gibt es noch keine Erkenntnisse, die Ermittlungen laufen noch", so Spieler. Derweil berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa), dass "ein Polizist gesehen wurde, wie er ein Gewehr vom Tatort wegtrug."

Wie ein Polizeisprecher zuvor schilderte, versuchten die Polizeikräfte mehrfach mit dem Mann zu reden. Im weiteren Verlauf soll der laut Polizeiangaben stark alkoholisierter 54-Jährige gegen 23.58 Uhr auf die Beamten geschossen haben. Daraufhin kam es zu dem Schusswechsel mit der Polizei. Der zu Hilfe gerufene Notarzt konnte nur noch den Tod des Schützens feststellen.

Der Tatort selbst war auch Dienstagvormittag noch weiträumig abgesperrt. Die großen Einsatzfahrzeuge der Alsfelder Feuerwehr sowie Streifenwagen verbarrikadierten die Zufahrt. An den Kreuzungen Zeller Weg/Grünberger Straße und Altenburger/Grünberger Straße wurde der Blick versperrt, Absperrbänder waren über die Fahrbahn gespannt. Von der Öffentlichkeit abgeschirmt nahm dahinter das Landeskriminalamt die Ermittlungen auf. Osthessens Polizeipräsident Günther Voß sowie der Leiter der Polizeidirektion Vogelsberg, Andreas Böhm, eilten noch in der Nacht zum Tatort und informierten sich.

Dass Polizisten im Dienst von der Schusswaffe Gebrauch machen müssen, kommt immer mal wieder vor, so dpa. Im vergangenen Jahr schossen Beamte fünfmal auf Personen. Nach Angaben des Innenministeriums in Wiesbaden wurden vier Menschen verletzt, ein Mensch kam ums Leben. Bundesweit waren 2016 nach einer Erhebung der Deutschen Hochschule der Polizei bei Einsätzen der Ordnungshüter elf Menschen erschossen und 28 verletzt worden.

Die Todesfälle gehen der Statistik zufolge allesamt auf Notwehr zurück - beziehungsweise auf Nothilfe, also Fälle, bei denen Polizisten anderen Menschen in Lebensgefahr helfen mussten. Insgesamt richteten Polizisten den Angaben zufolge bundesweit in 52 Fällen die Schusswaffe gegen Menschen. Die Zahlen liegen etwas höher als in den Vorjahren. 2015 starben zehn Menschen, weitere 22 wurden verletzt. 2014 waren es sieben Tote und 30 Verletzte.

pw/beg/dpa