Wissenschaftlern ist bei Robotertauchgängen in der Tschuktschensee die äußerst seltene Filmaufnahme einer Qualle gelungen, die am arktischen Meeresboden entlanggleitet.

Die Aufnahmen wurden während des arktischen Winters mit einem kleinen Roboter-U-Boot gemacht, das in der Lage war, in dem eiskalten Gewässer vor der Küste Alaskas abzutauchen. Dazu fuhren die Meeresbiologen um Andy Juh vom Earth Institute der Columbia University in der Nähe von Utqiaġvik (ehemals Barrow) mit ihren Schneemobilen hinaus und bohrten mehrere Löcher ins Eis, um den Tauchroboter ins Wasser zu lassen. Zu ihrer Überraschung entdeckte die Kamera auf dem Grund der Tschuktschensee eine Qualle, die sie zu dieser kalten Jahreszeit dort nicht erwartet hatten.

Es handelt sich um eine ausgewachsene Kompassqualle (Chrysaora melanaster), von der man früher annahm, dass sie in den Arktisgewässern nicht überleben könnte, weil sie viel zu empfindlich sei, um die kalten Wintermonate zu überstehen. Diese zu den Nesseltieren gehörenden Meeresbewohner können bis zu 60 cm groß werden, ihre Tentakeln hingegen bis zu drei Metern erreichen und ihr Gift ist auch für uns Menschen gefährlich. Sie ernähren sich von kleinen Fischen und Quallen sowie Zooplankton.

Es wird nun vermutet, dass die kälteren Temperaturen den Quallen sogar zugutekommen könnten, da die gefrorene Oberfläche sie vor den turbulenten Meereswogen schützt und das kalte Wasser ihren Stoffwechsel herabsenkt. "Das Leben unter dem Meereseis ist wie ein Kühlschrank, alles verlangsamt sich", so Juhl auf Gizmodo.