Die ist ein Artikel unserer Gastautorin Anna.

Bei Vielen geht es immer nur um das Eine. Ständig denken wir daran, meist täglich. Und nein, ich rede nicht von Sex. Sondern von Schokolade! Wir sind alle mit ihr groß geworden, verfluchen, lieben oder verschenken sie und lassen uns von ihr verführen. Auch, wenn wir natürlich wissen, dass Schokolade ungesund ist.

Oder vielleicht doch nicht?

DER MYTHOS SCHOKOLADE - EINE SÜSSE SÜNDE

Schokolade ist ungesund. Schokolade macht dick, Karies, Diabetes und schlechte Blutwerte. STIMMT!

Wenn man die Schokolade isst, die es überall zu kaufen gibt. So, wie die Natur sie schuf und Milka sie formte. Die Schokolade, in der ein wenig Kakaomasse, einiges an Zucker, etwas Lezithin (Emulgator) und, bei Milchschokolade, Molkepulver enthalten ist.

IST DIESE INDUSTRIE-SCHOKOLADE SO UNGESUND? JA!

Zucker liefert dem Körper nur lehre Kohlenhydrate und entzieht ihm Nährstoffe, um den Zucker zu verstoffwechseln. Lezithin als Emulgator ist generell nichts Schlimmes, aber es ist eine verarbeitete Substanz aus der Sojapflanze und wird eigentlich nicht gebraucht, um Schokolade herzustellen.

Die Kakaobutter für konventionelle Schokolade wird oft desodoriert, um geruchs- und geschmacksintensive Begleitstoffe zu beseitigen. Gleichzeitig sinkt der Gehalt an Vitamin E. Die in der Kakaobutter vorkommende Vitamin-E-Form Tocopherol hat eigentlich eine gute antioxidative Wirkung. Nach mehrstündigem Erhitzen allerdings nicht mehr.

Natürlich gilt auch hier der Satz des Paracelsus: Die Menge macht das Gift. Und ein Stück konventionelle Schokolade wird euch nicht umbringen. Aber warum solltet ihr euch mit einer wirklich schlechten Ausgabe einer wahren Königin unter den Superfoods abgeben?!

VORHANG AUF: DIE WICHTIGSTE ZUTAT DER SCHOKOLADE

Die wichtigste Zutat der Schokolade ist natürlich der Kakao. Kakaobohnen wachsen an hohen Bäumen im Urwald. Sobald es Zeit ist, werden die Früchte vom Baum geerntet und die Bohnen fermentieren in der ganzen Frucht. Die Fermentation ist im Prinzip der Stoffwechselvorgang in der Kakaofrucht und lässt die Kakaobohnen reifen.

Dann wird es interessant. Eine gute, wertvolle Kakaobohne wird anschließend auf Bananenblättern in der Sonne getrocknet, als ganze Bohne verpackt oder schonend zu Kakaobutter gepresst. Die Fasern, die bei der Pressung übrig bleiben, ergeben das Kakaopulver.

Für den normalen Kakao werden die Bohnen zur schnelleren Trocknung in Trockenöfen gelegt. Damit der Ertrag möglichst groß ausfällt, werden die Kakaobohnen vor der weiteren Verarbeitung geröstet. So fallen qualitativ weniger gute Bohnen gar nicht mehr auf und verschwinden in der Masse. Wenn ihr also Kakaopulver, Kakaobutter oder Schokolade kauft, dann achtet auf Rohkostqualität, um den unverarbeiteten, puren und gesunden Kakaogenuss zu erleben.

Übrigens: Bei der Fermentation steigt die Temperatur in der Kakaofrucht auf natürliche Weise bis zu 50°C an. Trotzdem ist die Kakaobohne noch roh.
DIE PALEO-SCHOKOLADE

Wenn wir davon ausgehen, dass unsere Schokolade gesund und paleo sein soll, besteht sie zum größten Teil aus Kakaopulver, das biologisch nachhaltig angebaut wurde und Rohkostqualität hat. Ebenso die Kakaobutter, die ganz natürlich und nativ sein sollte. Als paleo-konformes Süßungsmittel bietet sich Honig an.

DER ULTIMATIVE GESUNDHEITS-CHECK FÜR SCHOKOLADE

Das Gesündeste an Schokolade ist ganz klar die Kakaobohne. Denn guter Kakao bietet viele Vorteile:

Geballter Zell- und Immunschutz

Ihre Flavonoide und Polyphenole (Antioxidantien) schützen uns vor freien Radikalen und somit vor verschiedenen Krankheiten und Gesundheitsproblemen. Freie Radikale sind sauerstoffhaltige Moleküle, denen in ihrer chemischen Struktur ein Elektron fehlt. Um sich selbst zu reparieren sind freie Radikale sehr rücksichtslos und entreißen dem nächstbesten heilen Molekül (z. B. aus der Zellmembran, Proteinen oder der DNA) das benötigte Elektron.

Nur ein Antioxidant kann die freien Radikale stoppen. Bevor diese ein Elektron aus einer Zelle oder von einem wichtigen Protein an sich reißen, gibt das Antioxidant freiwillig ein Elektron ab und entschärft, so zu sagen, die Bombe.

Natürlich liefern auch andere tolle Lebensmittel wie Açai-Beeren, Heidelbeeren und Erdbeeren Flavonoide und Radikalfänger. Aber...Schokolade ist leider ziemlich lecker. Außerdem liefert uns die Schokolade Kalzium, Eisen, Zink, Kupfer, Kalium, Mangan und die Vitamine A, B1, B2, B3, C und E.

Mehr Kraft und Ausdauer

Schokolade, bzw. der Kakao darin, ist eine super Arginin-Quelle (essentielle Aminosäure zur Durchblutungsförderung und Immunstärkung) und so reich an Magnesium wie kaum ein anderes Lebensmittel. Magnesium sorgt dafür, dass sich unsere Muskeln entspannen oder beim Sport treiben mehr Energie produzieren. Es stärkt das Herz und hilft nachweislich dabei sich besser zu konzentrieren.

Gute Stimmung

Phenlethylamin,Theobromin und Tryptophan (Vorstufe vom Serotonin, dem Glückshormon) gelten als natürliche Antidepressiva und wahre Stimmungsaufheller. Fairer Weise muss man sagen, dass in der Schokolade keine ausreichenden Mengen dieser tollen Wirkstoffe vorhanden sind, um unsere Glücksgefühle zu beeinflussen.

Der Grund, warum uns Schokolade trotzdem nachweislich glücklich macht, ist reine Psychologie und Erfahrung. Vereinfacht kann man sagen, dass durch ein Stück Schokolade Erinnerungen und Emotionen geweckt werden, die wiederum Botenstoffe (Dopamin) und unser Belohnungszentrum (Nucleus accumbens) aktivieren und uns sagen: Man bist du glücklich!

Verleiht Flügel

Für einen extra Energieschub sorgt das Theobromin im Kakao. Es wirkt anregend wie Koffein. Da es an Gerbstoffe gebunden ist, wird es aber viel milder und gleichmäßiger an den Körper abgegeben. Abends solltet ihr nicht zu viel Schokolade naschen, außer ihr schaut gerne Sterne an.

Gut für das Herz

Studien zeigen außerdem, dass durch den Verzehr gesunder Schokolade und der in ihr enthaltenen Polyphenole, die Cholesterin-Werte gesenkt werden. Der LDL-Spiegel sinkt und der gute HDL-Spiegel steigt leicht. So werden Herz- und Gefäßkrankheiten vorgebeugt.

Energiespender

Die Kakaobutter der Schokolade ist ein guter Energielieferant für unseren Körper. Das richtige Süßungsmittel liefert neben Energie idealerweise noch einige Nährstoffe. Honig zum Beispiel. Er enthält neben Fructose und Glucose noch Proteine, Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe und feine Aromen.

Ich würde sagen: Fitness-Check bestanden!

WIE OFT DARF MAN SCHOKOLADE ESSEN?

Wie schon gesagt, liefert Schokolade viele vorteilhafte Nähr- und Vitalstoffe, aber auch Energie. Diese Energiezufuhr müssen wir uns erst verdienen oder die Schokolade einfach in Maßen genießen. Ihr könnt guten Gewissens zwei oder drei Stückchen Schokolade am Tag essen, um euch etwas Gutes zu tun. Wenn sie denn Paleo ist.

FAZIT: SCHOKOLADE IST GESUND

Was kann es Schöneres geben: Schokolade essen, gesund sein und sich gut fühlen zugleich. Genuss, Gesundheit und Glück sind, meiner Meinung nach, gute Argumente dafür, Schokolade auf Platz 1 der tollsten Lebensmittel der Welt zu wählen. Nach unserem Fitness-Check steht jedenfalls fest: ja, Schokolade ist gesund.

Unser Lieblings Rezept für Schokokuchen hat übrigens nur 3 Zutaten (inklusive Videoanleitung).

Anmerkung Paleo360.de: Schokolade mit einem hohen Kakao-Anteil kann deutlich mehr Cadmium enthalten als andere Sorten. Der Cadmium-Gehalt in Kakao-Bohnen ist natürlich bedingt und abhängig von der Zusammensetzung des Bodens auf denen die Pflanze wuchs. Genuss von hochwertiger Schokolade ist natürlich erlaubt - aber in Maßen. Wir mögen u.a. die Produkte von Lovechock und Lindt.