© Yongyuth Phupuangphet/ Bangkok Post
"Geisterjäger" jagt den Phi Pob im Dorf Ban Na Bong in Thailand
Eine Reihe seltsamer Todesfälle, die sich in der vergangenen Woche in einem thailändischen Dorf zugetragen haben, lässt die Bewohner befürchten, dass ihre Gemeinde von einem berüchtigten Dämon heimgesucht wird.

Laut der Bangkok Post sind seit dem 29. Oktober in Ban Na Bong zwei Männer, einige Katzen, Hunde und sogar ein Büffel unter mysteriösen Umständen gestorben und einige Einwohner vermuten, dass ihr Tod im Übernatürlichen ihre Ursache habe. Sie glauben, dass ihr Dorf von einem Dämon heimgesucht wird, der in der thailändischen Folklore als »Phi Pob« bekannt ist. Phii Pob ist ein sehr böser Geist, der Menschen befallen kann und der sich dann von ihren Innereien ernährt. Nachts kann er seinen Wirtskörper verlassen und frisst dann die Innereien anderer Menschen auf oder trinkt das Blut von Tieren. Ihm wird aber auch die Fähigkeit zugesprochen, Chaos und Unglück unter den Menschen hervorbringen zu können.

Als Reaktion auf diese merkwürdigen Vorfälle und ihre Sorgen um den Dämon, hatte sich die Dorfgemeinschaft beraten, um nach einer Lösung für ihr Problem zu suchen. Schließlich einigte man sich, einen Spezialisten für Paraphänomene anzuheuern, der ihr Dorf vom Phi Pob befreit. Dazu spendeten 370 Familien insgesamt umgerechnet 1.200 EURO und man holte sich einen »berühmten«, thailändischen Geisterbeschwörer.

Dieser führte am vergangenen Sonntag im Dorf ein Ritual durch, bei dem er angeblich erstaunliche 30 Phii Pobs ergriffen und in Bambusröhrchen gefangen haben soll. Anschließend wurden die eingeschlossenen Dämonen während eines zweistündigen Rituals unter der Aufsicht von Polizei- und Regierungsbeamten verbrannt.

Obwohl die Zeremonie zunächst den Anschein erweckte, als hätte sie dem Dorf tatsächlich endlich wieder den Frieden zurück gebracht, hielt das Gefühl der Sicherheit leider nur kurz, da ein weiterer Mensch verstarb und dafür ein 31. Phii Pob verantwortlich gemacht wird, der offenbar noch unter ihnen weilt. Das führte in dem Dorf zu einer Hysterie, das die thailändische Regierung dazu veranlasste, Gesundheitsbeamte dorthin zu entsenden, um einen rationalen medizinischen Grund für die Todesfälle zu finden und die Gerüchte, dass sie durch rachsüchtige Geister verursacht wurden, zu zerstreuen.

Im Juni dieses Jahres hatte das thailändische Dorf Amnat Charoen ebenfalls Todesfälle beklagt, die sie in Zusammenhang mit einem Phii Pob stellten (wir berichteten).