Zum zweiten Mal in diesem Herbst ist im Berchtesgadener Land ein Mensch in einer Lawine ums Leben gekommen. Eine Skitourengeherin wurde am Sonntag am Kehlstein von Schneemassen mitgerissen. Die 50-Jährige Tourengeherin war vom Ofnerboden aus in Richtung Kehlstein unterwegs. In einer steilen Rinne auf rund 1630 Höhenmetern löste sich die Lawine, riss die Frau etwa 50 Meter bis zu einer Felskante und anschließend 100 Meter über steiles, felsdurchsetztes Gelände.
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Berchtesgaden - «Diese Rinne ist bekannt, da hat es immer wieder Unfälle gegeben», sagte am Montag der Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes im Berchtesgadener Land, Markus Leitner. Neuschnee und Wind hätten für erhöhte Lawinengefahr gesorgt. «Der Wind ist der Baumeister der Lawinen», sagte Leitner. Andere Skitourengeher hatten den Unfall beobachtet und Retter alarmiert, die der Frau aber nicht mehr helfen konnten.

Erst im September hatte eine Lawine im Berchtesgadener Land einen jungen Wanderer vor den Augen seiner Familie in den Tod gerissen. Der 24 Jahre alte Niederländer war mit seinen Eltern und seinem Bruder unterwegs, als sich Schneemassen lösten. Der Mann stürzte in felsigem Gelände ab und war sofort tot, da er sich schwerste Kopfverletzungen zugezogen hatte. Die Familie hatte Urlaub im Chiemgau gemacht und war auf einem im Sommer völlig ungefährlichen Wanderweg unterwegs. Beim Hüttenwirt hatten sie sich vor dem Abstieg noch nach dem Weg erkundigt. Da im Laufe des Tages ein Bergführer eine Spur gelegt hatte, schien der Weg sicher.

Die meisten Lawinenunglücke treffen Skifahrer und Schneeschuhgeher; in der vergangenen Saison gab es in Bayern laut Statistik des Lawinenwarndienstes keinen einzigen Lawinentoten. Im Frühjahr war ein 26-Jähriger aus Schönau am Königssee allerdings nur knapp dem Tod entronnen. Sein 28-jähriger Kamerad konnte ihn nach einem Lawinenabgang am Hohen Brett nach fünf Minuten mit einem Ski ausgraben - und rettete ihm damit vermutlich das Leben. Der Mann konnte schwer verletzt geborgen werden.

dpa/lby