Die deutsche Bundesregierung hat die Forderung von James Jeffrey, US-Sonderbeauftragter für Syrien und für die Anti-IS-Koalition, überraschend abgelehnt, deutsche Bodentruppen nach Syrien zu versetzen. Berlin ist allerdings weiter bereit, im Rahmen der bisherigen Vereinbarungen die USA und den Rest der "westlichen Wertegemeinschaft" in Syrien zu unterstützen, um noch mehr Chaos zu stiften.
Merkel Militär
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Bundeskanzlerin Angela Merkel am 20. Mai 2019 im Gespräch mit einer Soldatin der Bundeswehr im NATO-Stützpunkt in Münster, Niedersachsen.
"Tornado"-Aufklärungsjets, ein Tankflugzeug und Ausbilder im Irak - das ist bisher der deutsche Beitrag zum Kampf gegen den IS. Den USA reicht das nicht mehr. Der US-Sonderbeauftragte für Syrien und die Anti-IS-Koalition, James Jeffrey, hatte Berlin darum gebeten, die von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Nordosten des Landes mit Ausbildern, Logistikern und technischen Hilfskräften der Bundeswehr zu unterstützen.
"Wir wollen von Deutschland Bodentruppen, um unsere Soldaten teilweise zu ersetzen", sagte Jeffrey der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und der Welt am Sonntag.
~ RT Deutsch
Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin:
dass die Regierung nur die bisherigen militärischen Beiträge zur Anti-IS-Koalition fortführen wolle. Dazu zählten "bekanntlich keine Bodentruppen".

~ RT Deutsch
Diese Entscheidung war jedoch besonders bei der CDU nicht so eindeutig, da Spitzenkräfte wie Annegret Kramp-Karrenbauer den Einsatz von Bodentruppen nicht ausschließen wollten. Die SPD und die Grünen hingegen, genauso wie alle Oppositionsparteien, waren von Anfang an ziemlich eindeutig in ihrer Ablehnung gegenüber dieser Forderung:
Auch alle Oppositionsparteien - Grüne, FDP, AfD und Linke - forderten ein klares Nein an Washington. So sagte Linksfraktionschef Dietmar Bartsch der dpa, er erwarte von der Bundesregierung ein klares Nein zu Bodentruppen.
Weder ist Deutschland Befehlsempfänger der Vereinigten Staaten, noch ist ein solcher Einsatz politisch oder militärisch geboten."
~ RT Deutsch
Nun stellt sich natürlich die Frage, warum die Bundesregierung und berühmt-berüchtigte Kriegshetzer in anderen Parteien, insbesondere bei den Grünen, sich so eindeutig gegen diese Forderung gestellt haben? Liegt es vielleicht daran, dass diese Forderung ihren Ursprung bei US-Präsident Donald Trump hat, der nicht nur bei der US-Elite in Missgunst gefallen ist? Wie hätten dieselben Parteien reagiert, wäre ein Obama im Amt?

Auf jeden Fall klingt diese Forderung nach Trump, der mehrmals betont hat, dass sich auch andere Länder in Krisengebieten engagieren und ihren "fairen Anteil" zahlen sollten, wobei er gleichzeitig den Abzug der eigenen Truppen aus diesen Ländern befürwortet. Die Chancen liegen gut, dass die Bundesregierung und Parteien wie die Grünen bei Obama und Co. zu solch einem Einsatz Ja gesagt hätten.