Starkregen und heftige Gewitter sorgten am Dienstag in gleich drei europäischen Urlaubsländern für Chaos. Die Folge: Störungen im Flugverkehr von Palma, Verletzte auf Ibiza und mindestens zwei Tote in Italien.
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Sintflutartige Regenfälle überspülten die Straßen in der italienischen Provinz Alessandria.
Schwere Unwetter zogen am Dienstagabend über Teile Spaniens, Norditalien und Frankreich hinweg. In den betroffenen Regionen kam es zu extrem starken Regenfällen, die sowohl den Straßen- als auch den Luftverkehr durcheinanderbrachten.

Tote bei schweren Unwettern in Italien

Die sintflutartigen Regenfälle kosteten im Nordwesten Italiens mindestens zwei Menschen das Leben. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa mitteilte, sei ein bereits zuvor als vermisst gemeldeter Taxifahrer in Capriata, einem Ort zwischen Alessandria und Genua, tot aufgefunden worden.

Er beförderte einen britischen Touristen vom Flughafen, dieser konnte sich jedoch vor den Wassermassen retten. Ein weiterer Autofahrer (81) starb bei einem Verkehrsunfall, als er wegen der Wetterbedingungen von der Straße abkam und sein Auto sich überschlug. In der Provinz Alessandria werden zwei Menschen vermisst.


Die intensiven Regenfälle bewirkten einen Erdrutsch in der Provinz Genua, weshalb die Verbindungen Genua-Mailand und Genua-Turin über Nacht unterbrochen wurden. Übergetretene Flüsse und überspülte Straßen störten in Norditalien den Straßen- und den Bahnverkehr - zu Verkehrsbehinderungen kam es auch in Nordspanien und im Südwesten Frankreichs.

Campingplätze in Frankreich geräumt - Wasserhose vor Spanien und Tornado über Ibiza

Während nach Berichten des lokalen Radiosenders Franceinfo im Südwesten Frankreichs trotz umgestürzter Bäume und mehrerer evakuierter Campingplätze nahe Narbonne keine Menschen zu Schaden gekommen waren, tobte das Unwetter-Tief dafür umso zerstörerischer auf den Balearen und über dem spanischen Festland. Es entlud sich in Gewittern und anderen Wetterphänomenen: Vor Cádiz bildete sich am Dienstagnachmittag eine Wasserhose.


Und auch über Ibiza fegten starke Winde hinweg, von einem Tornado ist sogar die Rede. Der riss eine Hütte in der Gemeinde Sant Antoni mit sich und verletzte dabei drei Bauarbeiter leicht, die sich in dem Gebäude befanden, berichtet die spanische Tageszeitung Última Hora. Es wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern pro Stunde gemessen.

Unwetter behindern Flugverkehr auf Mallorca

Etwas abgeschwächt zeigte sich das Unwetter auf Mallorca: Mit mehr als 80 Stundekilometern brachten die Winde den Betrieb am Flughafen Mallorca durcheinander. Wie die Lokalzeitung Diario de Mallorca berichtet, blieben am Flughafen Son Sant Joan viele Flieger am Dienstagabend am Boden, einige trotzdem gestartete Maschinen umflogen die Unwetterfront. Mindestens fünf auf den Balearen zusteuernde Maschinen mussten umgeleitet werden.

Über Nacht ist das Tief über Spanien, Italien und Frankreich hinweggezogen. In den kommenden Tagen sind ortsweise Schauer möglich, sogar die Sonne soll wieder rauskommen.