Am Samstagabend haben Einwohner eines Hauses in Sankt Petersburg die Leiche eines Teenagers entdeckt. Der Körper wies eine Schusswunde am Kopf auf. Eine frische Spur führte die Polizei in die Wohnung eines Richters, dessen Sohn eine Geburtstagsparty gefeiert hatte.
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© Sputnik /Alexei Filippow
Waffenunfall in Sankt Petersburg: Teenager erschießt besten Freund mit Gewehr des Vaters (Symbolbild)
Ein Waffenunfall in Sankt Petersburg hat die Einwohner der Stadt schockiert. Am Samstag wurde in einem Haus im Vorort Kolpino der leblose Körper eines Jungen entdeckt. Die Leiche wies eine Schusswunde am Kopf auf. Die Polizei konnte schon bald den Tathergang rekonstruieren. Dabei handelte es sich offenbar um eine Fahrlässigkeit, die zu äußerst tragischen Folgen geführt hatte.

Der erschossene 14-Jährige feierte mit anderen Mitschülern den Geburtstag seines besten Freundes. Nach einem Pizza-Abend in einem Lokal lud der mutmaßliche Schütze die Gesellschaft in seine Wohnung ein. Seine Eltern waren zu dem Zeitpunkt nicht zu Hause, und die Jungen amüsierten sich anfangs mit einem Eishockeyspiel, das im Fernsehen lief. Nach Angaben der Augenzeugen rückte das Thema Waffen allmählich in den Vordergrund der Unterhaltung. Der Gastgeber holte das Gewehr seines Vaters, um offenbar seine Freunde damit zu beeindrucken. Es fiel ein Schuss. Einer der Gäste war auf der Stelle tot, die anderen flohen. Ein Junge erzählte seinem Vater von dem tragischen Ereignis. Dieser verständigte daraufhin die Polizei.

Offenbar unter Schock stehend, schaffte der mutmaßliche Täter die Leiche seines Freundes aus der Wohnung und ließ sie im Treppenhaus liegen. Dann ergriff er die Flucht. Die Polizei nahm den Teenager am Sonntagmorgen fest.

Familienbekannte erzählten örtlichen Medien, dass der mutmaßliche Mörder und sein Opfer beste Freunde gewesen seien. Über die Familie lasse sich nur Gutes berichten. Der Vater des mutmaßlichen Täters sei Richter, die Mutter arbeite als Buchhalterin. Laut einigen Berichten soll der Vater, dem das Gewehr gehörte, nach einer Jagd vergessen haben, die Waffe zu entladen.


Kommentar: Je nachdem wie die Waffengesetze in Russland ausgelegt sind, treffen hier dennoch Unverantwortlichkeit und Leichtsinnigkeit aufeinander. Unverantwortlichkeit vom Vater, weil er die Waffe nicht entladen hat und Leichtsinnigkeit vom Sohn, der dachte, dass die Waffe ein Spielzeug ist.


Der tragische Vorfall schlug hohe Wellen im Land. Der Leiter des Ermittlungskomitees Russlands, Alexander Bastrykin, forderte eine gründliche Untersuchung aller Umstände.

RIA Nowosti/TASS/Life