In Deutschland gibt es die ersten beiden bestätigten Todesfälle wegen des Coronavirus. Zunächst waren nur Informationen zu einer Person aus Essen bekannt geworden. Jetzt gab der Landrat des Kreises Heinsberg neue Details bekannt.
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Zentrale Anlaufstelle zur Probenentnahme bei Coronavirus-Verdacht in Heinsberg
Erstmals sind in Deutschland zwei Menschen nach Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus gestorben. Das eine Opfer ist eine 89 Jahre alte Frau aus Essen, die seit Anfang März in der dortigen Universitätsklinik behandelt wurde. Sie sei an einer Lungenentzündung in Folge der Coronavirus-Infektion gestorben, wie die Stadt Essen am Montag mitteilte.

Der zweite Tote ist ein 78-jähriger Mann aus Gangelt. Er hat sich laut Landrat Stephan Pusch vergangenen Freitag in einem Krankenhaus in Geilenkirchen gemeldet und sei an Herzversagen gestorben. Der Mann habe bei der Ankunft im Krankenhaus gesagt, dass es ihm seit mehreren Tagen schlecht gehe. Er habe unter Vorerkrankungen wie Herzproblemen und Diabetes gelitten und zuvor eine Karnevalssitzung besucht. Laut Pusch ist allerdings noch unklar, um welche Sitzung es sich gehandelt habe. Am Sonntag war bereits ein Feuerwehrmann aus Hamburg in Ägypten am Coronavirus gestorben.


Kommentar: Ist der Mann nun an Herzversagen oder am Coronavirus gestorben?


Der erste bestätigte Fall in Nordrhein-Westfalen wurde am 25. Februar bekannt. Dann breitete sich das Virus weiter aus. Nachgewiesen wurde es zuerst bei einem 47 Jahre alten Mann aus Gangelt im Kreis Heinsberg und seiner 46 Jahre alten Frau. Beide wurden in die Uniklinik Düsseldorf verlegt. Der Mann war zwischenzeitlich in einem sehr ernsten Zustand. Beide hatten zuvor eine Karnevalssitzung in ihrem Heimatort besucht. Die Ehefrau ist außerdem Erzieherin in einem örtlichen Kindergarten.

Um das Virus einzudämmen, standen Hunderte Karnevalisten und ihre Familien vorübergehend und vorsorglich unter häuslicher Quarantäne, außerdem Kinder und Personal des betroffenen Kindergartens - insgesamt waren es rund 1000 Menschen. Zuletzt lag die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in NRW am Montag (Stand: 10.00 Uhr) bei 515. Das waren 31 mehr als am Vortag, wie aus den Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums hervorging. Mit einem weiteren Anstieg wurde gerechnet.

In Brandenburg wurden derweil Tausende Menschen isoliert. Nach einem Coronavirus-Verdacht in Neustadt/Dosse befinden sich laut Amtsdirektor der Kleinstadt 4000 bis 5000 Menschen in häuslicher Quarantäne. Das sagte Amtsdirektor Dieter Fuchs am Montag. Zuvor berichtete der rbb.

Lehrer einer Gesamtschule in Neustadt/Dosse im Kreis Ostprignitz-Ruppin hatten Kontakt mit einer mit dem Coronavirus infizierten Berlinerin. Daraufhin ordnete das Gesundheitsamt die häusliche Isolation an. Das betrifft laut Behörde die Schüler der Gesamtschule, Lehrer, Verwaltungsmitarbeiter und die Angehörigen. An der Schule lernen Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet und der Region. Eine ganz konkrete Zahl von Menschen in häuslicher Isolation konnte Amtsdirektor Fuchs zunächst nicht nennen.

Der Landkreis wollte die Zahl von bis zu 5000 Menschen nicht bestätigen. Derzeit seien noch keine zuverlässigen Erhebungen möglich, sagte ein Sprecher.

Die Schule mit angegliederter Grund-und Förderschule wird von insgesamt 730 Schülerinnen und Schülern aus dem gesamten Bundesgebiet und der Region besucht.