In zwei Supermärkten waren im Frühjahr vergiftete Softdrinks ins Regal gestellt worden. Nun hat die Polizei eine 56-Jährige festgenommen - sie soll psychisch beeinträchtigt sein.
regal supermarkt
© Stephan Rumpf
Im Fall der vergifteten Getränke in Münchner Supermärkten hat die Polizei eine Verdächtige gefasst. Es handele sich um eine 56 Jahre alte Münchnerin, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Frau sei bereits in der Vergangenheit psychisch auffällig gewesen. Gegen sie liefen in der Vergangenheit bereits mehrere Ermittlungsverfahren, weil sie wiederholt Hakenkreuze an Hauswände geschmiert haben soll. Zu einer Verurteilung kam es jedoch nie, auch einen Zusammenhang zu den vergifteten Getränken gibt es nach aktuellem Ermittlungsstand nicht. Der Frau auf die Spur gekommen sei man einerseits durch DNA-Spuren, die an den Flaschen sichergestellt worden waren. Zum anderen hatte die Verdächtige die Getränke zunächst gekauft und mit EC-Karte bezahlt - die hinterlegten Daten führten dann zu der 56-Jährigen.

Die Verdächtige habe bislang keine verwertbaren Angaben zum Tathergang gemacht, auch nicht zur Frage, ob sie noch weitere Getränke vergiftet habe. Nach Ermittlungen der Polizei gibt es hierfür jedoch keine Anhaltspunkte. Laut einem psychatrischen Gutachten sei die Frau zur Tatzeit nicht zurechnungsfähig gewesen. Die Staatsanwaltschaft hat einen Unterbringungsbefehl beantragt, der jetzt erlassen wurde. Sie kommt vorläufig in ein psychiatrisches Krankenhaus.

Mindestens drei Kunden hatten Gift getrunken

Im März und April waren in zwei Supermärkten Softdrinks mit einer giftigen Substanz aufgetaucht. In mindestens drei Fällen hatten Kunden das Getränk gekauft und davon getrunken, zwei von ihnen mussten sich in ärztliche Behandlung begeben. Allen drei ging es nach kurzer Zeit zwar wieder gut, die Dosis der in den Getränken enthaltenen Giftstoffe hätte jedoch auch tödlich sein können, wenn die Kunden mehr davon konsumiert hätten, so die Ermittlungen der Polizei. Eine 22-köpfige Sonderkommision "TOX" hatte daraufhin die Ermittlungen wegen versuchten Mordes übernommen.

Zur Frage, warum die Polizei die Fälle aus dem Frühjahr erst in der vergangenen Woche publik gemacht hatte, hieß es, man habe zunächst die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchung abwarten und die Taten miteinander in Zusammenhang bringen müssen. Dies habe aufgrund der zahlreichen Notrufe, die wegen verunreinigter Lebensmittel bei der Polizei eingehen, viel Zeit benötigt. Oftmals stellten sich diese Anrufe jedoch als Fehlalarm heraus, dennoch müsse jedem einzelnen nachgegangen werden.