Die heftigen Gewitter der vergangenen Wochen setzen den Gemeinden im Bezirk finanziell zu. Der Ruf nach einem Sonderbudget wird laut.

Heftige Unwetter zogen in diesem Sommer vor allem das Glan-, Gurk- und Metnitztal schwer in Mitleidenschaft. Die Schäden sind für Private und Kommunen zum Teil gewaltig. Angesichts der nicht gerade üppig gefüllten Gemeindekassen drängt sich die Frage auf, wie sehr sich die Naturgewalten auf die Finanzen auswirken. Auch wenn nie der Schaden zur Gänze aus der eigenen Tasche bezahlt werden muss - es gibt finanzielle Unterstützung von Land und Bund -, so summieren sich die Ausgaben ja doch.

"Es bleibt fast kein finanzieller Spielraum für andere Projekte. Wenn noch so ein Unwetter kommt, weiß ich nicht, wie es wird", sagt der Metnitzer Bürgermeister Anton Engl-Wurzer. Seine Gemeinde wurde Anfang August ganz schwer gebeutelt. Im Laufen ist gerade das Projekt "Hochwassersicherheit für die Metnitz". Eine Co-Finanzierung für die Gemeinde sei hier nicht möglich. Was kann getan werden, um Unwetterschäden künftig zu minimieren? Engl-Wurzer: "Der Ausbau der Wildbachabsicherung muss vorangetrieben werden."

Noch keine Finanzierung

Mit 300.000 Euro wird der Schaden in Straßburg beziffert. Zwischen 50.000 und 60.000 Euro wird die Gemeinde übernehmen müssen. "Wir haben noch keine Finanzierung. Bei der nächsten Stadtratssitzung wird sich das entscheiden", so Bürgermeister Franz Pirolt. Das Stadtoberhaupt macht deutlich: "Wenn es mit den Unwettern so weitergeht, wird man den Katastrophenfonds aufstocken und Sonderbudgets erstellen müssen." Eines dürfe auf keinen Fall passieren: nämlich, dass die Bürger belastet werden. Sie müssen schließlich für ihre eigenen Schäden aufkommen.

In Liebenfels beläuft sich der Schaden heuer auf 100.000 Euro. Die 50 Prozent, die die Gemeinde tragen muss, wird aus Mitteln des Straßenbudgets aufgebracht.

Aufschub

Grobe Probleme gibt es deswegen noch keine. Allerdings: "Wir werden das eine oder andere Straßenteilstück erst im nächsten Jahr asphaltieren können", sagt Bürgermeister Klaus Köchl.

Bei der diesjährigen Bürgermeisterkonferenz wurde über die Finanzierbarkeit von Unwetterschäden gesprochen. "Ähnlich wie bei der Wildbach- und Lawinenverbauung müsste so etwas wie ein ,Kärntner Katastrophenfonds' auf die Beine gestellt werden", sagt Hilmar Loitsch, Bürgermeister von Klein St. Paul und Vizepräsident des Kärntner Gemeindebundes.

Anders der Tenor aus dem Büro von Gemeinde- und Agrarreferent Landesrat Josef Martinz. "Wir brauchen keine neuen Überlegungen machen. Über das Agrarreferat werden finanzielle Mittel ausgeschüttet. Beim öffentlichen Gut wird jede Gemeinde stark unterstützt", so Büroleiter Peter Hebein. Er schließt eines aus: "Durch solche Katastrophen wird es in den Gemeinden zu keinem finanziellen Ruin kommen."