Rorschach. Sporttaucher haben im Bodensee eine Fliegerbombe entdeckt. Heute entscheiden Experten, ob die 250 bis 500 Kilo schwere Bombe entschärft werden kann oder ob sie gesprengt werden muss.
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© Daniel UhlandDer Horner Christian Uhland hat mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Fliegerbombe entdeckt. Heute tauchen Experten zum Fundort.

Ende August haben die Horner Christian (25) und Andreas Uhland (26) eine Bombe entdeckt. Nach Auswertung der von den Tauchern gemachten Bilder handelt es sich laut Expertenmeinung vermutlich um einen Blindgänger aus einem britischen Bomber. Bei technischen Problemen hatten Flugzeuge der Alliierten im Zweiten Weltkrieg scharfe Munition auch über den Alpen und Seen abgeworfen. Es sei daher möglich, dass es sich um einen dieser Notabwürfe handle.

Bombe wiedergefunden

Laut Christian Uhland ist der explosive Fund kein Zufall. Sein Vater Daniel Uhland vom gleichnamigen Tauchshop in Horn habe die Fliegerbombe bereits vor 20 Jahren entdeckt, den Fundort damals aber nicht genau im Logbuch festgehalten. «Es hat mir keine Ruhe gelassen, dass mein Vater die Bombe nicht mehr finden konnte. Deshalb habe ich mit meinem Bruder immer wieder an dieser Stelle getaucht. Wir hatten Glück, denn die mit Algen überwucherte Bombe ist auf dem grünen Seegrund fast nicht auszumachen», sagt Christian Uhland, der den Fundort nun via GPS-Ortung fixiert hat und die Experten heute zur Bombe führen wird.

Gefährliches Erbe

Laut Kompetenzzentrum Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung der Schweizer Armee sind solche Funde in der Schweiz «eine absolute Ausnahme». In Deutschland und Österreich gehören Bombenfunde seit Ende des Zweiten Weltkrieges hingegen zum Alltag. Die oft bei Bauarbeiten entdeckten Blindgänger müssen beseitigt werden. Dies geschieht in der Regel durch Entschärfung am Fundort oder fachmännische Vernichtung. Das heisst: nach Möglichkeit muss an Ort gesprengt werden. Sollte sich bestätigen, dass es sich beim Fund in der Rorschacher Bucht tatsächlich um eine Fliegerbombe handelt, muss während der Entschärfung mit weiträumigen Evakuierungen gerechnet werden.

Über 5000 Bomben werden jedes Jahr in Deutschland entschärft. Ein gefährliches Unterfangen, wie sich vergangenes Jahr in Göttingen zeigte. Dort explodierte eine amerikanische Fliegerbombe bei der Entschärfung und tötete drei Menschen.