In einem Tesla verbrannten drei Menschen, darunter zwei Kinder - offenbar, weil die elektrischen Türgriffe versagten. Der deutsche Feuerwehrverband fordert nun, dass alle Autohersteller mit versenkten Türgriffen zu mechanischen Systemen zurückkehren.
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Es ist eine Horror-Vorstellung: Ein Tesla prallt gegen einen Baum und geht in Sekundenschnelle in Flammen auf, weil die riesige Batterie des E-Autos aufgerissen wird. Ein Kind im Wagen kann sich noch befreien, zwei weitere Kinder und der Fahrer verbrennen.
Der wahrscheinliche Grund wird Wochen nach dem Unfall immer klarer: Die elektrischen Schließsysteme des Tesla Model S Plaid versagten offenbar. Ersthelfer und auch Profi-Retter mussten hilflos zusehen. Der Akku-Brand war so heiß, dass "die Türgriffe sehr schnell geschmolzen sind", so ein Polizeibeamter, der vor Ort war, zu FOCUS online.
Drei Menschen verbrannt, weil elektrische Türen im Tesla versagten?Neben den speziellen Risiken eines Elektroauto-Brandes - die Löscharbeiten gestalten sich wesentlich schwieriger als bei einem normalen Fahrzeugbrand - rücken nicht erst nach diesem Crash die versenkten Türgriffe moderner Autos in den Fokus. Diese werden nicht nur bei Tesla, sondern auch bei BMW, Mercedes oder Kia verwendet. Sie sind besonders bei Elektroautos beliebt, kommen aber zum Teil auch herkömmlichen Fahrzeugen zum Einsatz.
"Das Fahrzeug fing sofort Feuer, die Stromversorgung fiel aus, so dass sich die versenkbaren elektrischen Türgriffe vermutlich nicht mehr betätigen ließen", schreibt nun auch die
Auto Motor & Sport und hat dazu Jörg Heck vom Deutschen Feuerwehrverband (DFV) interviewt. Heck hat eine klare Forderung an alle Autohersteller: "Ein Ersthelfer muss in der Lage sein, eine nicht verklemmte Tür schnell und ohne Werkzeug zu öffnen", so Heck, "es muss was Mechanisches geben. Im Notfall muss man eine Tür von innen und außen intuitiv öffnen können."
Feuerwehrverband: "Es muss eine mechanische Öffnung geben""Bei Crashtests ist die 12-Volt-Stromversorgung in der Regel noch vorhanden, in der Realität kommt es insbesondere bei schweren Unfällen aber häufiger vor,
dass das nicht der Fall ist", so Heck, der den DFV in verschiedenen Fachgremien zur Rettung bei Unfällen vertritt.
Die Feuerwehr sieht die Entwicklung zu versenkten und elektrisch betätigten Türgriffen denn auch klar als einen "gefährlichen Trend" an.
Einige E-Autos, etwa das Tesla Model 3, haben eine mechanische Notentriegelung. Im Fall des Model 3 gilt das aber nur für die vorderen Türen - und die Entriegelung ist auch noch so versteckt, dass ein in einem brennenden Auto gefangener Mensch sie in Panik kaum finden wird.
"Öffnungsdraht" beim Audi A5Die
Auto Motor & Sport nennt weitere Beispiele: "Beim Ford Mustang Mach-E gibt es gar keine Griffe mehr, die Türen öffnen sich automatisch per Knopfdruck. Eine Lösung des Problems bietet Audi im aktuellen A5 an. Hier wird am Griff nach Airbag-Auslösung ein Öffnungsdraht ausgeworfen. Die Hersteller müssen allerdings bald flächendeckende Lösungen anbieten, weil das Crash-Institut Euro NCAP ab 2026 Modelle abwertet, deren versenkbare Elektrogriffe sich nach Spannungsverlust nicht mehr betätigen lassen", so die Zeitschrift. Dazu kommt: Die chinesischen Behörden haben nach ähnlich gelagerten Unfällen angekündigt, elektrische und versenkte Türgriffe ab 2027 komplett verbieten zu wollen.
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