
Die Warnung der Branche fällt inzwischen konkreter aus als in früheren Einschätzungen. Der VCI verweist auf "erste Hinweise auf Störungen bei internationalen Lieferketten". Explizit nennt der Verband Ammoniak, Phosphat, Helium und Schwefel als besonders sensible Stoffe. Vor allem die Verfügbarkeit von Schwefel sei heikel, weil ein großer Teil des Seehandels durch die Straße von Hormus läuft. Der Rohstoff wird hauptsächlich für Düngemittel gebraucht. Deshalb steigen nicht nur die Kosten in der Industrie, sondern auch sondern auch für die Agrarmärkte und Lebensmittelketten.
Kommentar: Ja, es ist leider nicht nur das Öl, was in der Zukunft fehlen könnte. Und wie der Artikel richtig beschreibt, ist die deutsche Chemieindustrie bereits angeschlagen.
Iran-Krieg belastet die weltweiten Lieferketten: Chemiebranche warnt vor Engpässen -China greift nutzt Sicherung der Versorgung Reserven
Für den Mittelstand wird die Lage damit besonders schwierig. Viele Firmen können Preissteigerungen nur begrenzt auffangen, während zugleich die Planbarkeit sinkt. Der VCI beschreibt die Rückmeldungen aus den Betrieben als dramatisch und verweist darauf, dass es längst nicht mehr nur um Preise geht, sondern auch um fehlende Verfügbarkeit. Noch federn laufende Lieferungen einen Teil des Problems ab, jedoch endet dieser Puffer bald.
China setzt auf Deeskalation, Reserven und Vorsorge
China fordert offiziell fordert seit Anfang März ein Ende der Militäraktionen und sichere Handelswege durch die Straße von Hormus. Das Außenministerium betont, die Route sei für den internationalen Waren- und Energiehandel zentral und verlangt deshalb Deeskalation statt weiterer Eskalationsschritte. Eine offen bestätigte militärische Sicherung der Passage durch China gibt es bislang jedoch nicht.
Wirtschaftlich reagiert China zugleich deutlich nüchterner. Peking gab bereits Mitte März Düngemittel aus staatlichen kommerziellen Reserven frei, weil die gestörte Passage durch Hormus die globale Versorgung belastet. Zudem hat China seine Eisenerzimporte stark hochgefahren und lässt erhebliche Mengen in Lager statt direkt in die Produktion fließen. Das spricht für Vorsorge gegen mögliche Versorgungsstörungen. Peking sichert die eigene Versorgung ab, baut Puffer auf und reagiert auf drohende Engpässe, während die weltweiten Lieferketten ins Wanken kommen.



Kommentare von Lesern
für unseren Newsletter an