
"Nach ersten Erkenntnissen der Rettungskräfte erlitt der Mann Stichverletzungen am Unterarm, eine Schnitt- beziehungsweise Stichverletzung am Kopf sowie eine weitere Stichverletzung im Brustbereich", sagt eine Polizeisprecherin. Das schwerverletzte Opfer kam in ein Krankenhaus, Lebensgefahr soll nicht bestehen.
Blutspur über 50 Meter
Die Ermittler standen vor einem Rätsel: Eine Blutspur zog sich über rund 50 Meter. Wo genau die Tat passierte, war zunächst unklar. Die Kriminalpolizei sicherte Spuren, eine Hundertschaft war auf der Suche nach dem Tatort und der Waffe.
Der Kreuzungsbereich war bis etwa 5 Uhr gesperrt, davon waren auch zwei Buslinien betroffen.
Laut Polizei gab es bisher keine Festnahme, auch der Hergang ist noch unklar - das Opfer war aufgrund seiner schweren Verletzungen noch nicht vernehmungsfähig.
Beschuldigter macht sich über Polizisten lustig
Nur eine Stunde später, gegen 4 Uhr, eskalierte die Messergewalt erneut. Diesmal in einer Kneipe in der Straße Alt-Moabit. Dort gerieten nach B.Z.-Informationen ein Gast (25) und die Wirtin in Streit. Als sich ein weiterer Gast (30) einmischte und schlichten wollte eskalierte die Situation. Es kam einer handfesten Auseinandersetzung, die sich vor die Tür verlagerte.
Der 25-Jährige soll schließlich ein Messer gezogen und den Kontrahenten niedergestochen haben. Laut Feuerwehr kam das Opfer mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus und wurde dort notoperiert.
Auch eine dritte Person soll verletzt worden sein, über die Art und Schwere ist aber nichts bekannt.
Feuerwehr und Polizei rückten mit einem größeren Aufgebot an. Mit blutverschmierten Händen und einer Kopfverletzung konnte der mutmaßliche Täter noch vor Ort festgenommen werden. Er soll sich zwischenzeitlich über die Polizisten lustig gemacht und ihre Arbeit spöttisch kommentiert haben. Der 25-Jährige wurde medizinisch versorgt und zur Vernehmung gebracht. Die 1. Mordkommission übernahm die weiteren Ermittlungen.
"Die erneuten Messerangriffe in Berlin innerhalb von 24 Stunden zeigen in drastischer Weise, wie sich die Gewaltlage im öffentlichen Raum weiter zuspitzt", sagt der GdP-Landesvorsitzende Stephan Weh. "Dass innerhalb kürzester Zeit mehrere Menschen schwer verletzt werden, ist ein alarmierendes Signal."
Und weiter: "Wer ein Messer einsetzt, nimmt schwerste Verletzungen oder sogar den Tod anderer billigend in Kauf. Deshalb braucht es eine klare Nulltoleranz gegenüber dieser Form der Gewalt."
Die GdP fordert: "Eine bessere digitale Vernetzung von Polizei und Justiz, zeitnahe Urteile, sowie den Abbau von Bürokratie in den Dienststellen und Konzentration auf den gesetzlichen Kernauftrag der Polizei!"



Kommentar: Es ist noch wenig über die Hintergründe der Täter bekannt und darüber, ob es die üblichen Verdächtigen sind.