US-Bürger protestieren gegen die Urheber der Wirtschaftskrise - und die New Yorker Polizei antwortete mit Gewalt. Entsprechend viel Aufsehen erregen die Fotos im Netz, die Videos auf Youtube und die Livestreams.
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© Sam Glewis

Der 24. September 2011 sollte laut einem Anonymous-Aufruf der Tag der Vergeltung ("Day of Vengeance") gegen Wallstreet-Unternehmen, Bankinstitutionen und das NYC Police Department werden. Als eine von vielen Gruppen rief Anonymous auch zur Teilnahme an Demonstrationen auf.

Unter dem Motto Occupy Wall Street standen am vergangenen Samstag bei den Protesten allerdings andere als die Initiatoren der Proteste im Fokus der weltweiten Berichterstattung: die New Yorker Polizisten, die Augenzeugenberichten zufolge weiter mit körperlicher Gewalt gegen die friedlichen Demonstranten vorgingen. Auf Youtube wurden einige Szenen veröffentlicht. In einem Video ist zu sehen, wie einige Frauen ohne erkennbare Vorwarnung von Polizisten abgedrängt und mit Pfefferspray angegriffen (weiteres Video) werden. Andere zeigen, wie Demonstranten zu Boden gestoßen werden. Dazu gibt es viele Fotos, die Ähnliches zeigen.

Indy-Medien geben zusätzlich mit Laptops und Livestreams einen Eindruck vom Geschehen, liefern Interviews und Kommentare. Einige Vertreter dieser Medien wurden selbst von der Polizei festgenommen, wie Marisa Holmes. Ihr Equipment wurde beschlagnahmt. Einige Teams bitten um Unterstützung, darunter das Team des Global-Revolution-Livestream, der seit zehn Tagen auf Sendung ist. Zu seinen Unterstützern zählt nach eigenen Angaben das Anonymous-Kollektiv.


New Yorks Polizeichef erhebt laut Global Revolution den Vorwurf, die im Netz veröffentlichten Videos zeigten nicht die ganze Wahrheit und seien tendenziös zugeschnitten. Die bunt zusammengewürfelten Organisatoren von Occupy Wall Street forderten ihrerseits den Rücktritt des Polizeichefs.

Die größtenteils friedlichen Blockaden rund um die von Finanzinstitutionen dominierte Wall Street waren laut Polizei nicht angemeldet. Auf Seiten der Polizei soll es mindestens einen Verletzten gegeben haben, über die Zahl der verletzten Demonstranten ist nichts bekannt. Laut der National Lawyer's Guild, die den Protestierenden rechtliche Hilfe anbietet, wurden am Samstag, dem 24. September 2011 alleine 100 Menschen festgenommen. Die Proteste gingen auch am Sonntag weiter und sollen fortgesetzt werden.