Viel Öl, wenig Schulden und eine sichere Währung - in Zeiten der Euro-Krise wirkt Norwegen wie ein Wirtschaftswunderland. Doch auch im reichen Norden Europas gibt es handfeste ökonomische Probleme: Es mangelt an Butter. Der Engpass ruft bereits Schmuggler auf den Plan.
Butter
© dpaTeures Fett: 350 Euro für 500 Gramm Butter

Hamburg - Die Regale in den norwegischen Supermärkten sind leer - und die Schwarzmarktpreise schießen durch die Decke: Laut Nachrichtenagentur AFP werden im Internet 350 Euro für ein 500-Gramm-Päckchen geboten. Die Rede ist nicht von seltenem Kaviar oder sonstigen Delikatessen, sondern von ganz normaler Butter.

In Norwegen wird das Fett knapp. Nach Angaben des Hauptproduzenten für Milchprodukte, Tine, fehlen bis zu tausend Tonnen, um die Nachfrage zu befriedigen. Am vergangenen Freitag erwischte der Zoll sogar einen russischen Schmuggler mit 90 Kilogramm Butter im Gepäck. Seine wertvolle Ware wurde sofort beschlagnahmt.

Eine Ursache für den Mangel ist laut Tine-Sprecher Lars Galtung der verregnete Sommer und damit die schlechte Qualität des Tierfutters. Das habe sich negativ auf die Milchproduktion ausgewirkt, sagte Galtung.

Hinzu kämen veränderte Ernährungsgewohnheiten der Norweger, die die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent hätten steigen lassen. Und zu allem Übel kann auch das Nachbarland Dänemark in diesem Jahr kaum aushelfen.

Viele Norweger dürften auch beim Backen ihrer Weihnachtsplätzchen Probleme bekommen: Nach Angaben des Sprechers wird der Mangel voraussichtlich bis Januar anhalten.