Es war wie eine Exekution: Ein Rechtsextremist hat im italienischen Florenz zwei senegalesische Händler auf offener Straße erschossen. Danach richtete er die Waffe gegen sich selbst.

Der 50 bis 60 Jahre alte Mann, bei dem es sich um einen bekannten Rechtsextremisten aus der nahen Stadt Pistoia handeln soll, sei in der Nähe des Dalmazia-Platzes nördlich der historischen Altstadt aus einem Auto gestiegen und habe zunächst drei Schüsse abgegeben, berichteten mehrere Onlinemedien. Dabei habe er zwei Händler getötet und einen dritten schwer verletzt. Zahlreiche Passanten hätten sich aus Angst vor dem Täter in anliegende Geschäfte geflüchtet.

Augenzeugen sprachen von einer regelrechten „Exekution“. Der Schütze sei danach im Gewirr des Markttreibens auf dem Platz geflüchtet. Die Polizei berichtete, der Täter und sein Fahrzeug seien auf dem Platz fotografiert worden. Ein Zeitungshändler habe noch versucht, den Schützen zu stoppen, sei aber von ihm bedroht worden.

Täter richtet Schusswaffe gegen sich selbst

Der angeschossene dritte Mann wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Polizei berichtete. In einem anderen Stadtteil habe der 50-jährige Italiener noch zwei weitere Afrikaner verwundet. Anschließend habe der Täter die Schusswaffe gegen sich selbst gerichtet und sich getötet. Der Mann soll in der Vergangenheit mehrfach von der Polizei auf Demonstrationen rechtsgerichteter Kräfte identifiziert worden sein, heißt es.

Nach dem Vorfall versammelten sich in Florenz rund 200 senegalesische Straßenhändler zu einer Demonstration. Afrikanische Händler bieten in vielen Städten Italiens auf den Straßen Waren wie Skulpturen und Schmuckstücke an.

ah/AFP/dpa