In Brasilien haben Paläontologen die 280 Millionen Jahre alten Fossilien eines schwangeren Meeressauriers entdeckt. Das in der Bauchhöhle des Sauriers erhaltene Ungeborene ist damit der älteste bekannte Reptilienembryo weltweit. Das nur etwa sieben Zentimeter große Jungtier eines Mesosaurus sei vermutlich erst in einem frühen Stadium der Embryonalentwicklung gewesen. Darauf deuteten der im Verhältnis zum Körper sehr große Schädel und die kleinen Gliedmaßen hin, berichten die Forscher im Fachmagazin "Historical Biology". Weitere Funde von Embryos der gleichen Saurierart und aus der gleichen Zeit machten die Forscher in Uruguay.

Fast ausgereiftes Jungtier saß noch im Ei
Die Theorie dieses verzögerten Eierlegens stützt ein weiterer Fund im benachbarten Uruguay: Dort entdeckte die gleiche Forschergruppe weitere, ebenfalls rund 280 Millionen Jahre alte Embryos der gleichen Saurierart. Eines der fossilen Jungtiere ist nur 15 Zentimeter groß und besitzt noch die typisch poröse Knochenoberfläche eines Ungeborenen.
Das bereits verknöcherte, vollständig erhaltene Skelett deute auf einen Embryo im letzten Reifestadium hin. "Die geringe Größe und seine gekrümmte Haltung erinnern an einen Embryo in einem Ei", sagen die Forscher. Es gebe allerdings keine Spuren einer Kalkschale. Daher könnte das Ei, wenn es eines war, möglicherweise nur von einer häutigen Hülle umgeben gewesen sein.

Meeressaurier gingen zum Eierlegen an Land
"Wenn mindestens einige dieser Mesosaurier ihre Eier im Körper ausgebrütet haben, dann wären sie zum Eilegen vermutlich an Land gegangen", sagen die Wissenschaftler. Denn weil den Eiern eine Kalkschale fehlte, hätte sonst das Salzwasser des Meeres in das Ei eindringen und den Embryo schädigen können. Ähnlich den heutigen Schildkröten könnten die Mesosaurier-Weibchen ihre Eier in feuchten Küstengebieten eingegraben haben, um sie vor dem Austrocknen zu schützen.
Dass die Mesosaurier im Gegensatz zu anderen Meeresreptilien nicht nur schwimmen, sondern auch an Land laufen konnten, zeige ihr Skelett, meinen die Forscher. Die Hüftregion und auch die Lendenwirbelsäule seien entsprechend angepasst.
(doi:10.1080/08912963.2012.662230)
(Historical Biology, 13.04.2012 - NPO)



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