Über 100 Tornados sind über Nacht über Teile von Oklahoma, Kansas, Nebraska und Iowa hinweggefegt und hinterließen eine Schneise der Verwüstung. In Oklahoma wurden mindestens fünf Menschen getötet - schuld dürfte womöglich ein Versagen der Warnsirenen sein. Hunderttausende Familien waren ohne Strom.
Blitze und Tornados
© Reuters/Gene BlevinsBlitze begleiten die gefährlichen Wetterphänomene.
Ein Blitzschlag hatte das Warnsystem Sonntagfrüh außer Kraft gesetzt, wie Bürgermeister Roscoe Hill sagte. Zwei Kinder und zwei Erwachsene starben in der Stadt Woodward, über das fünfte Todesopfer war vorerst noch nichts bekannt. Die Tornados hatten Woodward kurz nach Mitternacht getroffen, als die meisten Menschen schliefen. „Wir wurden völlig überrascht“, so Hill. Dutzende Menschen wurden verletzt. 1947 wurde die Stadt von einem Tornado erfasst, der 116 Menschen getötet hatte.

Hagelkörner so groß wie Golfbälle

Insgesamt fegten Medienberichten zufolge von Samstagabend bis Sonntagmorgen mehr als 100 Wirbelstürme über Oklahoma, Kansas, Iowa und Nebraska hinweg. Heftiger Wind und Hagelkörner von der Größe von Golfbällen zerlegten Häuser und rissen Stromleitungen um. In der Stadt Creston in Iowa wurde auch ein Krankenhaus beschädigt. Die Behörden brachten laut CNN alle 300 Einwohner der Ortschaft Thurman in Iowa in Sicherheit. Dort wurden dem Bericht zufolge drei Viertel der Häuser beschädigt oder zerstört. Viele Bewohner wurden zunächst in einer Schule in der nahe gelegenen Stadt Tabor untergebracht.

„Blitze überall“

In Kansas wütete ein Tornado über Wichita, der größten Staat des Bundesstaates, hinweg. „Der Tornado bildete sich direkt über unserem Fahrzeug“, beschrieb der Meteorologe Brandon Redmond das Wetterphänomen. „Ich hatte noch niemals so große Angst in meinem Leben. (...) Es gab Blitze überall um uns herum, und Trümmer wirbelten um das Auto, Blechteile, Teile eines Daches, Sperrholz.“

Die ganz große Katastrophe blieb laut Medienberichten zufolge aber aus: Offensichtlich hatten die meisten Betroffenen die Tornadowarnungen des US-Wetterdienstes befolgt und rechtzeitig Schutzmaßnahmen getroffen.

Die Tornadosaison startete in diesem Jahr besonders früh - bereits 62 Menschen starben im Mittleren Westen und Süden. Diese erschreckende Zwischenbilanz lässt Befürchtungen laut werden, dass die Saison auch heuer besonders verheerend sein dürfte. Das Vorjahr war bereits ein besonders tödliches Tornadojahr mit etwa 550 Opfern.

Berüchtigte „Tornado-Alley“

In der „Tornado-Alley“ der US-Staaten Texas, Oklahoma, Kansas und Nebraska sind die Wirbelstürme besonders verheerend: Hier trifft kalte, trockene Luft aus Kanada mit warmen, feuchten Luftmassen aus dem Golf von Mexiko zusammen. Außerdem haben sie in der riesigen, flachen Ebene im Zentrum des nordamerikanischen Kontinents „viel Platz“, wie ein Meteorologe erklärte.

Die größte Häufigkeit von Tornados, die Tornadosaison, variiert von Region zu Region. Im Winter sind besonders die Bundesstaaten im Südosten der USA stark betroffen. Von März bis Mai bewegt sich der Schwerpunkt in den Mittleren Westen. Sobald die Temperatur in den Sommermonaten ihren Höhepunkt erreicht, liegt die größte Bedrohung weiter im Norden, d. h. in den nördlichen Prairiestaaten.

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