
Als Heliosphäre bezeichnen Sonnenforscher einen weiträumigen, blasenförmigen Bereich um die Sonne, in dem der Sonnenwind mit seinen mitgeführten Magnetfeldern gegen das von außen wirkende interstellare Medium aus Partikeln, Gas und Staub wirkt und so die Grenze des Sonnensystems, den sogenannten Termination Shock, bewirkt.
Während also diese magnetische Sonnenblase durch den interstellaren Raum pflügt, tritt zugleich interstellares Helium in das Sonnensystem anders ein, als dies bisherige Modelle vorhergesagt hatten.
Offenbar, so die im Fachmagazin Science veröffentlichten Schlussfolgerungen der Wissenschaftler um David McComas vom Southwest Research Institute (SwRI), bewegt sich unser Sonnensystem mit rund 22 Kilometer pro Sekunde und damit um rund 11.250 Km/h deutlich langsamer durch den interstellaren Raum als bislang gedacht. Zu langsam, als dass die bislang vermutete Schockwelle vor der Sonnenblase überhaupt entstehen könnte.

Derzeit sei es noch zu früh, um genau abzusehen, welche Konsequenzen die neue Erkenntnis für unser Wissen über die Heliosphäre haben wird - schließlich gingen alle bisherigen Modelle von der Existenz der solaren Schockwelle aus. "Diese Forschungsarbeit muss nun mit den neuen Daten erneut gemacht werden", so der Forscher. "Schon jetzt vermuten wir aber, dass dieser Umstand Auswirkungen darauf haben wird, wie galaktisch-kosmische Strahlung zum einen von der Heliosphäre abgelenkt wird aber auch in diese und damit ins Sonnensystem eindringen kann. (...) Diese Erkenntnisse sind auch für die bemannte Raumfahrt von großer Bedeutung."
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Quelle: swri.org



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