
Dank "NuStar": Besserer Einblick in Schwarze Löcher
NuStar ist empfindlich für sogenannte harte Röntgenstrahlung, wie sie auch in der Medizin genutzt wird, etwa beim Zahnarzt. Diese Strahlung entsteht im Kosmos bei verschiedenen energiereichen Prozessen: So schleudern beispielsweise manche Galaxien große Mengen Materie aus ihrem Zentrum weit ins Weltall hinaus. Wie in einer Art gigantischem kosmischen Teilchenbeschleuniger erzeugen schnelle, elektrisch geladene Teilchen dabei auch Röntgenstrahlung. Ebenso machen sich Schwarze Löcher durch Röntgenstrahlung bemerkbar. Materie, die sie verschlucken, wird von der enormen Schwerkraft des Schwarzen Lochs extrem beschleunigt und heizt sich dabei stark auf. Diese ultraheiße Materie erstrahlt auf ihrem letzten Weg in den Schlund des Schwarzen Lochs im Röntgenlicht.
Vom Erdboden aus bleiben diese Phänomene unsichtbar, weil die Erdatmosphäre das energiereiche Röntgenlicht verschluckt. Unsere Lufthülle ist nur in einem schmalen Ausschnitt des elektromagnetischen Spektrums durchsichtig. Daher müssen Röntgenteleskope oberhalb der Erdatmosphäre im Erdorbit stationiert werden. NuStar ist dabei nach Nasa-Angaben das erste Weltraumteleskop, das harte Röntgenstrahlung fokussieren, also scharf abbilden kann.
Erstes Teleskop, das auch fokussieren kann
Die energiereiche Strahlung dringt in die meisten Materialien ein und lässt sich nur schwer ablenken. Am besten geht das, indem die Strahlung in flachem Winkel eine reflektierende Oberfläche streift. Dazu dienen bei «NuStar 133 fingernageldünne, konische Spezialspiegel, die wie russische Babuschka-Puppen ineinander verschachtelt sind. Auf ähnliche Weise arbeiten bereits Weltraumteleskope für weniger energiereiche, sogenannte weiche Röntgenstrahlung. NuStar wird das erste Hochenergie-Röntgenteleskop sein, das tatsächlich fokussieren kann», betont Chefwissenschaftlerin Fiona Harrison von California Institute of Technology (Caltech). «Das wird Bilder liefern, die zehnmal schärfer sind als alles, was bislang in diesem Bereich des elektromagnetischen Spektrums aufgenommen wurde.»
Beobachtungsprogramm von "NuStar" für zwei bis fünf Jahre angesetzt
Die vorsichtige, streifende Ablenkung der Röntgenstrahlen erfordert allerdings einen großen Abstand zwischen der Spezialoptik und der Kamera. Die verschachtelten Spiegel sind daher an einem fast zehn Meter langen Teleskoparm montiert, den «NuStar erst nach rund einer Woche im Erdorbit entfalten wird - das fliegende Observatorium hätte sonst nicht in die kompakte Startrakete gepasst. Erst wenn der Arm wie geplant ausgefahren ist, war der Start erfolgreich. Nach rund einem Monat soll dann das auf zwei bis fünf Jahre angesetzte Beobachtungsprogramm beginnen.
dpa/AZ



Kommentare von Lesern
für unseren Newsletter an