
Wie das Team um Carl Melis von der University of California (San Diego) und Ben Zuckerman von der University of California Los Angeles, aktuell im Fachmagazin "Nature" berichtet, wirke die Beobachtung auf die Astronomen wie ein Zaubertrick: "Jetzt sehen sie es noch - und schon ist es verschwunden. Nur dass wir hier von genügend Staub und Trümmern sprechen, um damit das gesamte innere Sonnensystem füllen zu können. Und ganz plötzlich ist alles das verschwunden."
Zum ersten Mal wurde die Staubscheibe um "TYC 8241 2652" auf Aufnahmen NASA-Infrarotsatelliten "IRAS" 1983 entdeckt, denn ähnlich wie Erde die Energie des sichtbaren Sonnenlichts absorbiert, so absorbieren auch die Partikel derartiger Scheiben das Licht ihres Sterns im infraroten Spektrum.
Auf den neusten Aufnahmen des Gemini-Teleskops in Chile ist die Staubscheibe nun jedoch nicht mehr zu sehen. "Wir haben dafür keine wirkliche Erklärung", erläutert Melis. "Das Verschwinden der Staubscheibe scheint unabhängig vom Stern selbst vor sich gegangen zu sein. Zumindest gibt es einerlei Anzeichen dafür, dass der Stern - beispielsweise in Form einer Mega-Eruption die Scheibe ins All geschleudert hätte."

Der nun beobachtete Vorgang zwingt die Astronomen dazu, bisherige Vorstellungen von den Ereignissen in jungen Sonnensystemen gänzlich zu überdenken: "Auch wenn wir einige mögliche Mechanismen in Betracht ziehen, so ist doch keines dieser Szenarien wirklich wahrscheinlich", so Miles. "Die Möglichkeit, dass vielleicht irgendetwas das Scheibenmaterial einfach nur vor unseren Blicken verborgen hat, haben wir überprüft, doch keines der hierfür in Frage kommenden Modelle hat gepasst. Rein theoretisch könnte Gas im Umfeld des Sterns den Flug der Materiepartikel so stark abgebremst haben, dass sie in den Stern stürzten. Allerdings müsste es dafür mindestens genauso viel Gas wie Staub im Umfeld des Sterns geben." Ein anderes, plausibleres Modell wäre, dass die Staubteilchen so oft miteinander kollidierten und dadurch so klein würden, um durch den gewöhnlichen Sternenwind ins All hinaus geblasen werden zu können. Ein solcher Kollisions-Prozess dauere aber den theoretischen Berechnungen nach deutlich länger als nur zwei Jahre.
Quelle: gemini.edu



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