
Wie das Team um Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT), der University of California at Santa Cruz und anderer Institutionen aktuell im Fachmagazin Nature berichten, ist das System um den sonnenähnlichen Stern "Kepler-30" rund 10.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und beinhaltet drei bislang bekannte Planeten. Ähnlich wie unsere Sonne, so rotiert auch "Kepler-30" um eine vertikale Achse, deren Ebene in etwa auch der Bahnebene seiner Planeten entspricht.
"Auch in unserem Sonnensystem verlaufen die Bahnebenen parallel zur Rotationsachse der Sonne, woraus geschlussfolgert werden kann, dass alle diese Planeten aus der einstigen protoplanetaren Scheibe um die Sonne herum entstanden sind", erläutert Roberto Sanchis-Ojeda vom MIT. "Im System um 'Kepler-30' ist dies ganz ähnlich."
Die Existenz eines zweiten geordneten Planetensystems, wie das unserer Sonne belegt, dass das Sonnensystem nicht nur ein glücklicher Zufall oder gar eine sonderbare Ausnahme der Planetensystementstehung war.
Zugleich könnte die Entdeckung auch eine erst jüngst formulierte Theorie zur Entstehung von sogenannten Hot-Jupiter-Planeten stützen, also von gewaltigen Gasplaneten, die ihren Stern derart nah umkreisen, dass sie für eine Umrundung nur wenige Stunden benötigen und deren Umlaufbahnen meist schräg zur Rotationsachsenebene ihres Sterns verlaufen. Laut besagter Theorie könnten diese ungeordneten Umlaufbahnen in der frühen Entstehungsphase dieser Systeme entstanden sein, als mehrere Gasriesen einander nahe genug kamen, um entweder einige Planeten gänzlich aus dem System zu katapultieren oder aber diese eben sehr viel näher an das Zentralgestirn bewegten. Um diese Theorie jedoch zu beweisen, mussten die Astronomen erst ein Planetensystem ohne einen heißen Jupiter finden, in dem die Planeten alle auf geordneten Kreisbahnen in einer gemeinsamen Ebene und weiter von ihrer "Sonne" entfernt rotieren. In einem solchen Fall wäre dies ein Hinweis darauf, dass lediglich die "heißen Jupiter" aus der Art schlagen. Genau ein solches System stellt das um "Kepler-30" nun dar.
Für James Lloyd, Astronomieprofessor an der Cornell University, der nicht Teil des Entdeckerteams war, zeigt diese Entdeckung, dass das Studium von planetaren Umlaufbahnen Licht auf die Frage werfen kann, wie Leben im Universum entstanden ist. "Schließlich müssen die Umstände für die Erhaltung von Leben auf einem oder mehren Planeten in einem System stabil sein. (...) Um also zu verstehen, wie weit verbreitet das Leben im Universum ist, müssen wir verstehen, wie weit verbreitet stabile und geordnete Planetensysteme sind. (...) Bei dieser Suche können wir auch wertvolle Hinweise darauf finden, wie unser eigenes Sonnensystem zu dem wurde und werden konnte, was es heute ist."
Die Suche nach anderen derartigen Planetensystemen soll nun dabei helfen, die neuen Erkenntnisse zu überprüfen und zu vertiefen.



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