
© SN/APAKühe im Schnee auf der Weide am Arlberg.
Neun Tage vor dem kalendarischen Herbstbeginn hat eine massive Kaltfront für Schneefälle in den Bergen gesorgt: Auf einigen Straßen in Westösterreich musste am Donnerstag sogar Schneekettenpflicht verhängt werden.In Obertauern auf rund 1.700 Meter Seehöhe reichten Schneemengen von rund 15 Zentimetern in den Morgenstunden schon für eine kleine Schneeballschlacht. In tieferen Lagen - wie in Böckstein im Gasteinertal oder in Zauchensee - war es mit drei Zentimetern nur angezuckert. Die weiße Pracht schmolz innerhalb kurzer Zeit wieder. "In Gastein hat es schon wieder drei Grad", berichtete Alexander Ohms von der Wetterdienststelle am Vormittag.
Etwas länger wird sich der Schnee in den höheren Lagen halten. Am Sonnblick wurden 45 Zentimeter Neuschnee gemessen, auf der Rudolfshütte 43 Zentimeter. Aber bis Sonntag - die Wetterdienststelle rechnet am Wochenende in 2.000 Meter wieder mit Temperaturen von zehn Grad plus - wird der Neuschnee auch in den Hohen Tauern wieder geschmolzen sein. "Im September geht das sehr schnell wieder weg. Das haben wir auch vor zwei Wochen gesehen, als es in den höheren Lagen 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee gab", sagte Ohms.
Zu Verkehrsbehinderungen führten die Schneefälle im Bundesland Salzburg nicht. Einzig die Großglockner Hochalpenstraße war wegen Schneefalls am Vormittag gesperrt, hieß es bei der Verkehrsleitzentrale der Polizei.
In der Steiermark ist die L704 über den Sölkpass (1.788 Meter) zwischen Mur- und Ennstal wegen Schneefalls gesperrt worden. Die Sperre könnte aber im Laufe des Tages aufgehoben werden, so Polizeibeamter der Bezirksleitstelle Murau. Schneefälle in den Nachtstunden haben den Gipfeln des Gesäuse, der Schladminger und Niederen Tauern, dem Erzberg, dem Mariazeller Land, dem Lachtal, der Waldheimat und der Turracherhöhe an der Landesgrenze zu Kärnten weiße Häubchen beschert. In höhergelegenen Gebieten wie der Planneralm auf über 1.600 bzw. der Turrach auf über 1.700 Meter Seehöhe waren es auf den Gipfeln sogar zehn bis 15 Zentimeter.
In Kärnten sind in der Nacht ergiebige Schneefälle in den hohen Tauern registriert worden. Auf der Rudolfshütte (2.315 Meter) wurden rund 40 Zentimeter Neuschnee registriert, sagte ZAMG-Metorologe Paul Rainer von der Wetterwarte Klagenfurt zur APA. Zwar hat es teilweise bis auf 1.200 Meter herab geschneit, in diesen Lagen blieb der Schnee allerdings kaum liegen. "Der Boden ist einfach noch zu warm", erklärte Rainer. Am Dobratsch (2.166 Meter) bei Villach kamen immerhin noch acht Zentimeter Schnee zusammen. Verkehrsbehinderungen wurden kaum registriert. Laut ÖAMTC war lediglich auf der Turracher Höhe an der kärntnerisch-steirischen Grenze Winterausrüstung erforderlich.
In Vorarlberg - die Schneefallgrenze sank dort auf 1.200 Meter - war nach Angaben von ARBÖ und ÖAMTC die Silvretta-Hochalpenstraße (L188) von der Kettenpflicht betroffen. Keine Behinderungen gab es hingegen auf der Arlbergpass- (L197) und der Flexenpassstraße (L198).
Auf der Silvretta-Hochalpenstraße zwischen Partenen im Montafon (V) und Galtür (T) war nach Angaben der Mautstelle in Partenen der Schnee kein Problem, allerdings war die Straße eisglatt. Mit der Aufhebung der Kettenpflicht für die 22,3 Kilometer lange Strecke mit 32 Kehren (höchster Punkt: 2.032 Meter) wurde gerechnet, "sobald die Sonne herauskommt".
Schnee und Matsch brachten auch in Tirol nicht nur einen Vorgeschmack auf den Winter, sondern führten auch zu Verkehrsbehinderungen. Laut ARBÖ bestand auf der Paznauntalstraße (B188) zwischen Galtür und Pians Schneekettenpflicht für alle Fahrzeuge. Auch auf der Ötztalstraße (B186) herrschten zwischen Untergurgl und Timmelsjoch schwierige Fahrbedingungen wegen Schneeglätte. Winterausrüstung war erforderlich.
Sn, Apa
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