
Schon 1994 hatte der mexikanische Phyisker Miguel Alcubierre ein Konzept für einen solchen echten Warp-Antrieb vorgeschlagen, der von den meisten Wissenschaftlern jedoch nicht möglich abgetan wurde, da seine Umsetzung unvorstellbar große Mengen an Energie benötigen würde. Wie "Space.com" nun berichtet, deuten neue Berechnungen durch NASA-Wissenschaftler nun jedoch daraufhin, dass ein derartiger Antrieb auch mit deutlich weniger Energie betrieben werden könnte.
"Es gibt Hoffnung, dass ein solcher Antrieb wieder aus der Science Fiction heraus auf die Planungstische gelangen könnte", stellte Harold White vom Johnson Space Center der NASA auf dem "100 Year Starship Symposium" (100yss.org) zu den Anforderungen zukünftiger Raumfahrt in Aussicht.
Um einen Alcubierre-Warp-Antrieb zu realisieren, würde ein etwa Fußballfeld großes Raumschiff mit einem gewaltigen umlaufenden Rad notwendig (s. Abb.). Dieser aus exotischer Materie bestehende Ring würde die Raum-Zeit reglerecht um das Raumschiff herum krümmen und dabei eine Region zusammengezogenen Raumes vor dem Raumschiff und eine Region gestreckten Raumes dahinter erzeugen. Während dessen würde also das Raumschiff selbst innerhalb einer Blase aus normaler, flacher Raum-Zeit verbleiben, die zu keiner Zeit verzerrt werden würde.
"Alles innerhalb des Raumes ist an die Grenze der Lichtgeschwindigkeit gebunden", zitiert "Space.com" den Weltraumwissenschaftler Richard Obousy von "Icarus Interstellar" (icarusinterstellar.org), einer gemeinnützigen Gruppe aus Wissenschaftlern und Ingenieuren, die sich der Förderung der interstellaren Raumfahrt verschrieben hat. "Das wirklich aufregende an dieser Sache ist, dass die Raum-Zeit, also die Struktur des Raumes, nicht an die Lichtgeschwindigkeit gebunden ist."
Auf diese Weise, so schätzen die Forscher, könnte ein derart ausgerüstetes Raumschiff Geschwindigkeiten von bis zu etwa dem Zehnfachen der Lichtgeschwindigkeit erreichen, ohne kurioserweise das kosmische Tempolimit der Lichtgeschwindigkeit zu verletzten. Das bislang einzige Problem war, dass ein solches Raumschiff eine Energiemenge benötige, wie sie der Masse des gesamten Planeten Jupiter entspräche.

"Die neuen Ergebnisse verändern die Ausgangslage zur Konstruktion eines solchen Raumschiffs von bislang 'unmöglich' zu 'durchaus vorstellbar'", so White gegenüber "Space.com".
Schon jetzt arbeiten die Forscher um White in ihren Laboratorien an Kleinstmodellen solcher Antriebe: "In unseren Experimenten versuchen wir derzeit, ob es uns gelingt, das theoretische Konzept der Störung bzw. Veränderung der Raum-Zeit in einem Kleinstmaßstab von 1:10 Millionen umzusetzen. (...) Im Vergleich zu dem, was für ein Warp-Raumschiff tatsächlich notwendig wäre, ist das zwar noch mehr als bescheiden. Aber es wäre ein erster Schritt in diese Richtung."
Quelle: sapce.com, NASA, 100yss.org, icarusinterstellar.org



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