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Mit gefälschten Papieren soll sich ein Mann aus Jordanien in deutsche OP-Säle, darunter auch in Marburg, geschummelt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Marburg. Das Magazin Focus berichtet, der 47-jährige Jordanier, der mittlerweile mit seiner gesamten Familie untergetaucht sein soll, habe sich in Magdeburg, Regensburg und wohl auch Marburg Arztstellen erschlichen. Das Ganze flog erst auf, als das Magdeburger Bürgerbüro genauer hinschaute. Nachweislich hatte er sich seit 1983 ununterbrochen in Deutschland aufgehalten. Laut seinen Urkunden war er aber angeblich von 1986 bis 1995 zu einem Medizinstudium in Ägypten gewesen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Magdeburg, die die Ermittlungen aufgenommen hat, handelte es sich bei allen Dokumenten um Kopien mit sonderbaren Siegeln. Originale habe der mutmaßliche Hochstapler nie vorgelegt. Ihm wurde daraufhin die Approbation aberkannt.

Am Uniklinikum Marburg-Gießen konnten am Sonntag noch keine Detailfragen zum Fall des vermeintlich falschen Chirurgen geklärt werden. Als die Nachricht das UKGM erreichte, herrschte sofort große Aufregung. „Wir sind dabei, alles sorgfältig zu prüfen. Wir müssen erst alles ausfindig machen und herausfinden, ob der Betroffene wirklich bei uns gearbeitet hat“, sagt Frank Steibli, Pressesprecher des UKGM auf OP-Anfrage. Er selbst sei von dieser Entwicklung überrascht worden. „Wir werden jetzt die Schritte einleiten und können am Montag sicherlich mehr dazu sagen.“

Nach Focus-Informationen arbeitet der 47-Jährige inzwischen in einem größeren Krankenhaus in den Vereinigten Arabischen Emiraten in leitender Position. Gegen den mutmaßlich falschen Arzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Magdeburg wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, Betrugs und Urkundenfälschung.

Möglicherweise hat der Mann den Tod einer Patientin zu verantworten, die er an der Bandscheibe operiert hatte. Allerdings hilft die Spur, die zum GMC Hospital nach Ajman führt, nicht weiter. Es existiert kein Rechtshilfeabkommen zwischen Deutschland und den Emiraten.

von Carsten Bergmann
und unserer Agentur