
Frühere Untersuchungen hatten nahe gelegt, dass große Teile des Merkur (etwa sechs Prozent seiner Oberfläche und damit rund 60 Prozent der Landfläche der USA) mit einer dicken Schicht verfestigter Lava überdeckt sind, die sich vor 3,5 bis 4 Milliarden Jahren begann abzukühlen und so vor allem die nördlichen sanften Ebenen formte.
Während derartige Lava-Ebenen auf Planeten im Sonnensystem nicht selten und sowohl auf der Venus, der Erde und dem Mars zu finden sind, belegen 205 Messungen der Messenger-Sonde mit einem Röntgenspektrometer, dass sich der größte Teil der Oberfläche des Merkur von den anderen inneren Planeten des Sonnensystems deutlich unterscheidet.
"Da es sich um den der Sonne am nächst gelegenen Planeten handelt, hat sich seine frühe Entstehungsgeschichte wahrscheinlich unter anderen, extremeren Bedingungen abgespielt als die der anderen Planeten", erläutert Wieder. So sei Merkur erwartungsgemäß deutlich heißeren Temperaturen und stärkeren Gravitationsfeldern ausgesetzt gewesen als etwa Venus, Erde und Mars.
Die Oberfläche des Merkur wird demnach von magnesiumreichen Mineralien dominiert und ist mit Schwefel angereichert, weswegen diese vielmehr Enstatit-Chondriten, einer seltenen Art von Meteoriten, die unter hohen Temperaturen und in Umgebungen mit niedriger Sauerstoffkonzentration im inneren Sonnensystem entstanden sind, gleicht.
"Die Ähnlichkeit der wesentlichen Bestandteile dieser Meteoriten und der Merkuroberfläche führen uns zu der Annahme, dass entweder der Merkur durch die Akkretion des selben Materials - aus dem auch diese Enstatit-Chondriten bestehen - entstand, oder, dass sowohl diese Meteoriten als auch der Merkur einen gemeinsamen Vorgänger-Körper besitzen", zitiert "Space.com" den Planetenwissenschaftler.

Quelle: NASA, space.com



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