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Die Dreisam beruhigt sich nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage wieder. Jetzt geht es vor allem um die Frage, ob Schaden hätte verhindert werden können.
Die Überflutung beim Real-Supermarkt in Zähringen kam nicht ohne Vorwarnung. Vor drei Wochen war der Bach in Freiburgs Norden schon einmal über die Ufer getreten, der beim Unwetter am Dienstag den Parkplatz des Markts und Nachbargeschäfte geflutet hat. Auch am 19. September hatte es stark geregnet. Wie die Freiburger Verkehrs-AG am Mittwoch auf BZ-Anfrage bestätigte, wurde der Vorfall dem Garten- und Tiefbauamt gemeldet.
Die VAG baut an der Stelle einen Verbindungssteg zur neuen Stadtbahnlinie. Mit der Bauleitung ist das Amt betraut. Die ausführende Baufirma sei angewiesen worden, dafür zu sorgen, dass Überflutungsflächen frei sind und das Wasser im Bachbett ablaufen kann, sagte VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt: "Ein so extremes Hochwasser war jedoch nicht absehbar." Während Real einem Sprecher zufolge mit einem blauen Auge davonkam, wurde das benachbarte Sonnenstudio komplett geflutet.
Laut Garten- und Tiefbauamt (GuT) gab es nach dem ersten Fall Überlegungen, einen Wall am Bach zu bauen. Der hätte das Hochwasser am Dienstag gehalten. "Aber man hätte eine Spundwand in den Boden treiben müssen, die massiv Baumwurzeln verletzt hätte", so Stadtsprecherin Edith Lamersdorf. Die Bäume wären abgestorben. VAG und Amt begutachten nun die Situation. "Wir schauen, wo könnten Ursachen gelegen haben und wo nicht", sagte Hildebrandt. Im Hintergrund steht die Frage der Schadensregulierung.
Kein automatisches WarnsystemAm Mittwoch beruhigte sich die Lage an der Dreisam. Tags zuvor hatte der Pegel in Ebnet um 17 Uhr 1,49 Meter erreicht: Zehnjahreshoch. Fuß- und Radwege am Ufer waren überflutet. Dennoch fehlten am frühen Abend die Warnschilder unter der Kaiserbrücke - obwohl der Hochwasser-Meldestand von 1,20 Meter schon um 15.30 Uhr überschritten war.
"Ab 18.35 Uhr war der Radweg auch dort gesperrt", sagte GuT-Chef Frank Uekermann. Seine Mitarbeiter hätten sich zunächst um die äußeren Zufahrten zum Radweg gekümmert, vor allem bei Schwabentor- und Leo-Wohleb-Brücke. "Die Feuerwehr hatte uns angewiesen, auch Flatterbänder anzubringen", sagt Uekermann, mit denen seien später auch die anderen Zufahrten abgesperrt worden.
Bei einem normalen Hochwasser reichten aber die aufklappbaren Warnschilder an den Brücken aus, sagte Uekermann. Sobald Hochwasser gemeldet wird, kümmerten sich die Mitarbeiter darum. Überlegungen für ein automatisches Warnsystem seien wieder fallen gelassen worden, weil auch dieses von Mitarbeitern kontrolliert werden müsse.
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