
Im Vergleich zu älteren Erwachsenen sei dies deutlich weniger, obwohl junge Menschen in ihrer Lebensphase eigentlich mehr Schlaf benötigten, erläuterten Professor Ulrich Koehler von der Philipps-Universität Marburg und Manfred Betz vom Dillenburger Institut für Gesundheitsförderung und -forschung,
Jeder Fünfte schläft sogar weniger als sechs Stunden
Die Wissenschaftler haben im Rahmen der Deutschen Azubi-Gesundheitsstudie fast 9000 Jugendliche in hessischen Städten hinsichtlich ihrer Schlafgewohnheiten und ihres Gesundheitszustandes befragt. Jeder Fünfte schlafe demnach in der Woche sogar weniger als sechs Stunden. Gerade in dieser frühen Lebensphase werde aber deutlich mehr Schlaf benötigt, sagte der Leiter der Studie, Manfred Betz.
Junge Menschen seien abends lange aktiv und würden morgens mindestens bis acht oder neun Uhr schlafen, erklärte Koehler, der das Schlafmedizinische Zentrum am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) leitet.
Schlafdefizit wird am Wochenende kompensiert
Aufgrund des frühen Arbeits- oder Schulbeginns hätten viele ein permanentes Schlafdefizit, was sie am Wochenende durch sehr spätes Aufstehen auszugleichen versuchen.
"Knapp zwei Drittel der Jugendlichen fühlen sich tagsüber nicht ausgeruht und leistungsfähig", berichtete Koautor Betz. "Sie leiden zudem verstärkt an gesundheitlichen Problemen wie psychischen Beschwerden, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und fehlen häufiger am Arbeitsplatz oder in der Schule." Eine starke Tagesmüdigkeit führe auch zu deutlich erhöhter Unfallgefährdung, insbesondere im Straßenverkehr.
Schlafstörungen bei Jugendlichen weit verbreitet
"Besonders überrascht hat uns, dass jeder Fünfte angab, in den vergangenen zwölf Monaten unter Schlafstörungen gelitten zu haben", sagte Koehler, "aber nur jeder zehnte Betroffene deshalb in Behandlung war."
Hier gebe es großen Aufklärungsbedarf, denn in herkömmlichen Gesundheitsfördermaßnahmen werde das Thema Schlaf bislang nicht berücksichtigt.
dapd/dpa/oc



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