
Echte Flügelfedern hatten nur die Erwachsenen
Die fossilen Dinosaurier sind von einer dichten Schicht aus hunderten feinen, fadenförmigen Daunen umhüllt, wie die Forscher berichten. Die primitiven Federn seien etwa fünf Zentimeter lang und einen halben Millimeter dick und bedeckten Nacken, Rücken, Beine und Bauch der Tiere. "An den Armknochen des dritten Tieres, eines erwachsenen Ornithomimus, sind darüber hinaus auch Federn mit einem harten Schaft erhalten", schreiben Darla Zelenitsky von der University of Calgary und ihre Kollegen. Diese ähnelten in ihrem Aussehen und in ihrer Anordnung den Deckfedern an den Flügeln heutiger Vögel. Der neue Fund zeige, dass dieser Federtyp früher entstanden sei als bisher angenommen.
"Ornithomimus entwickelte im Laufe seines Lebens offenbar zwei deutlich verschiedene Federarten", erklären die Forscher. Jungtiere besaßen nur ein Daunenkleid, während Erwachsene zusätzlich Flügelfedern an ihren Vordergliedmaßen trugen. Das könnte darauf hinweisen, dass der zusätzliche Federschmuck weder als Laufhilfe noch zum Fliegen diente, sondern als sekundäres Geschlechtsmerkmal - als Schmuck, der Männchen und Weibchen unterschied. "Diese flügelähnlichen Strukturen könnten beispielsweise zum Imponieren oder bei der Werbung um einen Partner eingesetzt worden sein", mutmaßen Zelenitsky und ihre Kollegen. Erst später hätten dann die Vogelvorfahren diese Flügel auch zum Fliegen genutzt.
Fluss-Ablagerungen statt Seeschlamm
Bemerkenswert ist an dem neuen Dinosaurierfund auch, wo er entdeckt wurde, wie die Paläontologen betonen. Denn bisher seien gefiederte Urzeitechsen nur aus besonders feinkörnigen Gesteinen geborgen worden. Diese entstehen meist aus dem schlammigen Sediment stehender Gewässer, beispielsweise flacher Meereslagunen oder Seen. Urzeitliche Tiere, die in diesen Schlamm fielen, wurden sehr dicht von den feinen Sedimenten umhüllt und dadurch bleiben selbst feine Strukturen ihrer Körperoberfläche gut erhalten.
"Die Entdeckung der Ornithomimus-Fossilien im Sandstein zeigt, dass die Federn von Dinosauriern auch in den etwas gröberen Ablagerungen urzeitlicher Flüsse erhalten bleiben können", erklärt Mitautor Francois Therrien vom Royal Tyrell Museum of Palaeontology in Alberta. Daher lohne es sich, auch bei Fossilien aus solchen Gesteinsformationen gezielter als bisher nach Überresten von Federn zu suchen.
(doi:10.1126/science.1225376)
(Science - NPO)



Kommentare von Lesern
für unseren Newsletter an