Ungewöhnlich früh sind in Deutschland die ersten Schneeflocken gefallen. In Sachsen und Thüringen kam es zu Bahnverspätungen, mancherorts fiel der Strom aus.
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© Karl-Josef Hildebrand/dpaEin Mann mit Regenschirm geht bei Oberjoch in Bayern durch dichtes Schneetreiben.
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten hat es in Deutschland im Oktober so heftig geschneit, dass sich selbst im Flachland vielerorts eine geschlossene Schneedecke bildete. Dem Meteorologen Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach zufolge kommt das "vielleicht alle 30 bis 40 Jahre vor".

Die höchste Schneedecke wurde seit Freitagabend auf der Schmücke im Thüringer Wald bei Oberhof gemessen. Dort lagen 18 Zentimeter Schnee, wie Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig berichtete. Normalerweise schmilzt der erste Schnee auf dem noch warmen Boden. Aber in Leipzig beispielsweise war der Boden Hartmann zufolge so stark ausgekühlt, dass die Stadt am Samstagmorgen unter einer fünf Zentimeter hohen Schneedecke lag. In Frankfurt am Main, wo es stundenlang geschneit habe, blieb der Schnee dagegen nicht liegen.

Am kältesten war es in der Nacht mit 5,8 Grad unter null in Bremervörde. In den meisten Orten lagen die Temperaturen um die null Grad. Auf dem Brocken im Harz bildete sich eine zentimeterdicke Schneedecke. Im Tagesverlauf sollte es vor allem in den Mittelgebirgen ab 200 bis 300 Metern weiter schneien. Am wärmsten war es am Samstagmorgen in Süddeutschland, weil dort die Kaltluft die warme Luft noch nicht vollständig verdrängt hatte. Im Laufe des Tages wurde es aber auch dort kälter und kälter, spätestens Sonntag schneit es laut DWD auch an den Alpen.

Bahnverkehr in Sachsen und Thüringen betroffen

Der Wechsel von Sommer auf Winter in einer Woche sei "sehr, sehr selten", sagte der Experte, wenn auch nicht ganz so selten wie der frühe Schnee. Innerhalb weniger Tage seien die Temperaturen um 20 Grad gefallen und seien nun "auffällig kühl" für den Monat Oktober.

Durch den Wintereinbruch kam es in Teilen des Landes zu Verkehrsbehinderungen. In Thüringen und Sachsen war der Bahnverkehr betroffen, die Deutsche Bahn kündigte Zugausfälle und erhebliche Verspätungen an. Der Streckenabschnitt Weimar über Jena nach Gera und Glauchau war beeinträchtigt. Den Zugverkehr zwischen Weimar und Schmölln stellte die Bahn AG wegen umgestürzter Bäume ein. Außerdem waren die Regionalzüge von Göttingen über Erfurt und Weimar nach Gera und Glauchau sowie von Erfurt nach Altenburg betroffen. Im Fernverkehr wurde der ICE zwischen Leipzig und München umgeleitet. Auch die Regionalverbindungen von Saalfeld nach Lichtenfels und zwischen Probstzella und Saalfeld in Thüringen waren eingeschränkt.

In Ostthüringen fiel an mehreren Stellen der Strom aus. Einem Sprecher des Energieversorgers E.on Thüringen zufolge waren zumeist Bäume und Äste, die auf Leitungen gefallen waren, der Grund.

AFP/dna/nf