Der plötzliche Wintereinbruch kann bereits einen Rekord verbuchen: So viel Schnee wie jetzt gab es im Oktober noch nie. Das gilt etwa für Süddeutschland, aber auch für Thüringen und Sachsen, wo bis zu 20 Zentimeter dicke Schneedecken liegen blieben.

In einigen Regionen des Landes habe es am Wochenende so stark geschneit wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in einem Oktober, schrieb der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag auf seiner Internetseite - oder, poetisch ausgedrückt: „Zwischen Schwarzwald und Erzgebirge hat Frau Holle ordentlich die Betten ausgeschüttelt.“

In den Bergen Süddeutschlands sei Schnee im Oktober nicht überraschend, erklärte der Wetterdienst. Aber auch in Teilen Thüringens, Sachsens und dem südlichen Baden-Württemberg seien 15 bis 20 Zentimeter der weißen Pracht gemessen worden, an manchen Orten im Flachland auch mehr, sagte DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold. „Da waren es tatsächlich Rekordwerte. Das ist für den Oktober schon spektakulär.“

Im sächsischen Geringswalde fielen 20 Zentimeter, südlich von Stuttgart in Sonnenbühl-Genkingen sogar 25 Zentimeter. Die starken Schneefälle hatten am Samstag viele Deutsche überrascht. Innerhalb weniger Tage waren die Temperaturen dem DWD zufolge um 20 Grad gefallen.

Bald wieder zweistellige Temperaturen im Plusbereich

Nach dem heftigen Wintereinbruch vom Wochenende verabschiedet sich der Schnee vorerst aber schon wieder. Lediglich in Mittelgebirgen wie Eifel, Harz oder Erzgebirge können zum Wochenanfang noch vereinzelt Flocken fallen. „Aber das sind keine großen Mengen mehr“, sagte Paetzold am Sonntag in Offenbach. Anstelle eisiger Polarluft ströme nun mildere Luft von Nordwesten in die Bundesrepublik, berichtete die Meteorologin.

In den kommenden Tagen wird es bei Höchsttemperaturen zwischen drei Grad im Süden und neun Grad im Nordwesten wechselhaft. Bringt Hoch „Mario“ zunächst Sonnenschein, schiebt sich im Nordwesten Tief „Wilma“ mit neuem Regen nach Deutschland. Dabei wird es aber milder. Im Laufe der Woche klettern die Maximaltemperaturen sogar auf zweistellige Werte. „So zwölf, 14 Grad werden sicherlich drin sein“, sagte Wetterexpertin Paetzold.

Sechs Tote in Frankreich

Auch andere Teile Europas haben den Wintereinbruch zu spüren bekommen: Behörden meldeten bislang insgesamt sechs Tote in Frankreich und Polen, zudem gab es etliche Verkehrsunfälle und Stromausfälle.

In Paris wurde nach einer kalten Nacht ein mutmaßlich erfrorener Obdachloser gefunden. Am Freitag waren bereits zwei Studenten auf dem Campus der Universität von Toulon gestorben, als sie durch heftige Regenfälle in einen unterirdischen Kanal stürzten.

Außerdem wurden in Frankreich zwei Menschen als vermisst gemeldet, die Opfer der außergewöhnlich starken Stürme wurden. Ein 12-jähriges britisches Mädchen verschwand bei einem Fahrradausflug auf der Insel Porquerolles im Département Var im Südwesten des Landes, als es von einer Windböe fortgerissen wurde. Nur sein Fahrrad wurde gefunden. In der Region Hérault im Süden verschwand am Samstag ein Windsurfer nahe einem Strand. In mehreren zehntausend Haushalten gab es Stromausfälle.

it/saw/dpa/AFP