
Möglich wurde die Entdeckung des Objekts im Rahmen der "Cluster Lensing And Supernova Survey with Hubble" (CLASH) durch eine sogenannte Gravitationslinse in Form des masseschweren Galaxienhaufens "MACS J0647.7+7015", die das Licht dahinter liegender Galaxien vergrößert. "Während bekannt ist, dass mit Hilfe von Gravitationslinsen sehr weit entfernte Objekte im Universum entdeckt werden können, hat die aktuelle Entdeckung selbst unsere Erwartungen übertroffen", so Rychard Bouwens von der Universiteit Leiden.
Das Objekt, so berichten die Forscher weiter, sei so klein, dass es sich möglicherweise um eine Galaxie in der Frühphase ihrer Entstehung mit einem Durchmesser von "nur" 600 Lichtjahren handelt. Zum Vergleich: Der Durchmesser unserer Milchstraße beträgt 150.000 Lichtjahre. Die Masse dieser "Baby-Galaxie" schätzen die Astronomen auf gerade einmal 100 Millionen bis einer Milliarde Sonnen, was nur etwa 0,1 Prozent der Masse der Milchstraße entspricht.
"Dieses Objekt könnte eines von vielen Bausteinen einer Galaxie sein", erklärt der Erstautor der im Fachjournal Astrophysical Journal veröffentlichten Studie, Dan Coe vom Space Telescope Science Institute der NASA. "In den kommenden 13 Milliarden Jahren wird es wahrscheinlich zu einer Vielzahl von Verschmelzungen mit anderen Galaxien und Galaxienfragmenten kommen."
Zwar ist das Objekt zu weit entfernt, um anhand von Beobachtungen mit anderen derzeitigen Teleskopen bestätigt werden zu können, dennoch zeigen sich die Astronomen nach monatelanger Abwägung alternativer Erklärungen für die Natur des Objekts überzeugt davon, dass es sich bei MACS0647-JD um eine entsprechend weit entfernte und entsprechend junge bzw. alte Galaxie handelt. Überprüft werden könnten die Schätzungen der Forscher allerdings schon mit dem Hubble-Nachfolger, dem "James Webb Space Telescope" (JWST), dessen Start für 2018 geplant ist.
Quelle: spacetelescope.org



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