
"Unsere Studie öffnet ein Fenster in eines der einzigartigsten Ökosysteme der Erde", erläutern Dr. Alison Murray und Dr. Christian Fritsen vom Nevada's Desert Research Institute (DRI) in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).
"Unser Wissen über geochemische und mikrobielle Prozesse in lichtlosen und eisigen Umgebungen, gerade in jenen unter dem Gefrierpunkt, war bislang nahezu gleich Null. Diese Studie erweitert unsere Vorstellungen über die Spielarten des Lebens, die selbst in derartig isolierten, Kryo-Ökosystemen überleben können und darüber, welche unterschiedlichen Strategien das Leben unter derartig anspruchsvollen und extremen Umweltbedingungen nutzt", so Murray.
Trotz der sehr kalten, dunklen und isolierten Natur dieses Lebensraums entdeckten die Forscher in der Lauge des Vida eine "erstaunlich vielfältige und riechhaltige Ansammlung von Bakterien, die gänzlich ohne die Sonne als Energiequelle auskommen." Schon frühere Untersuchungen des Sees aus dem Jahre 1996 hatten darauf hingewiesen, dass dieser seit mehr als 3.000 Jahren von der Außenwelt abgeschlossen ist.
Geochemische Analysen der unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen zur Wahrung der Sterilität entnommenen Proben legen nahe, dass Reaktionen zwischen der Lauge und den darunter liegenden eisenreichen Sedimenten Stickstoffoxid und molekularen Wasserstoff erzeugen. Letzterer könnte einen Teil des Energiebedarfs der Mikroben decken.
"Es ist durchaus denkbar, dass es eine lebensfördernde Energiequelle gibt, die einzig und allein auf der chemischen Reaktion von sauerstofffreiem Salzwasser und Gestein basiert", erklärt Fritsen. "Sollte dies der Fall sein", so Murray weiter, "gibt dies uns die Gelegenheit, völlig neu darüber nachzudenken, wie das Leben selbst in extrem kalten Kryo-Systemen auf der Erde aber auch auf eisigen Himmelskörpern im sonstigen Sonnensystem und Universum entstanden sein und hier auch überdauern könnte."
Jetzt seien weitere Untersuchungen notwendig, um die abiotischen und chemischen Interaktionen zwischen dem Salzwasser und dem Sediment zu analysieren. Auch die gefundenen Mikroben sollen genetisch analysiert werden.
Quelle: dri.edu




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