
"Irgendwie flogen diese Paare immer in die gleiche Richtung, obwohl wir uns nicht wirklich erklären können, wie sie diese Richtung einander kommunizierten. Das hat viele Leute und auch uns ziemlich überrascht", so Physiker Gunther Roland vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), der gemeinsam mit Wei Li von der Rice University die Daten der Kollisionen auswertete und nun die Beobachtungen vorab auf "ArXiv.org" und in einer zukünftigen Ausgabe des Fachjournals Physical Review B beschreibt.
Ein ähnlichen koordiniertes Flugmuster hatte die "MIT Heavy Ion Group" schon in Protonen-Protonen-Kollisionen vor zwei Jahren beobachtet und auch anhand von Zusammenstößen von Blei-Ionen und jenen schwerer Metalle wie etwa Gold und Kupfer, sei das unerwartete Verhalten im LHC beobachtet worden.
"Diese Schwerionen-Kollisionen erzeugen eine Welle aus Quark-Gluonen-Plasma, eine heiße Partikelsuppe, wie sie in den ersten millionsten Sekundenbruchteilen nach dem Urknall existierte", vermuten die Forscher, als Erklärung für das sonderbare Verhalten der Teilchen. Im Teilchenbeschleuniger schiebe diese Welle die entstehenden Partikel in einer gleichen Richtung vor sich her und erzeuge dadurch die übereinstimmenden Flugbahnen, so die Wissenschaftler.
Schon zuvor hatten einige Forscher die Entstehung einer solchen flüssigkeitsartigen Welle aus Gluonen theoretisch für möglich gehalten und diese als "Farbglaskondensat" (color-glass condensate) bezeichnet. Bei Gluonen handelt es sich um Elementarteilchen, die indirekt für die Anziehung von Protonen und Neutronen in einem Atomkern verantwortlich sind.
Zwar handele es sich bei dem beobachteten Verhalten nur um einen "sehr kleinen Effekt", so die Forscher, doch deute er auf "etwas sehr Grundlegendes dazu hin, wie Quarks (also die elementaren Bestandteile der Atomkern-Bausteine Protonen und Neutronen) und Gluonen im Innern von Protonen räumlich angeordnet sind."
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Quelle: mit.edu



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