Im deutschsprachigen Raum ist es modern, Familie zu stigmatisieren und zu diffamieren. Politisch korrekt ist es, wenn Väter Kinder erziehen und Frauen Quotenfrauen in Vorständen werden. Schließlich wollen wir ein »modernes« Land sein. Und deshalb zerstören wir die alten Strukturen der Familien. Ein neuer Verein will das wieder ändern und Frauen als Mütter unterstützen.
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In der Debatte um die deutsche Familienpolitik muss die Bundesministerin Kristina Schröder derzeit nicht nur aus der Opposition Kritik einstecken. So rügt auch die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ihre Kabinettskollegin: »Die FDP hat immer gesagt, dass Familienpolitik nicht besser wird, wenn jedes Jahr eine neue Leistung hinzukommt.« Unterdessen wurde in Berlin ein neuer Verein gegründet, welcher der Politik Druck machen will, denn Familienpolitik ist derzeit nur noch eine Politik zur Abrichtung unserer Kinder. Der Verein entstand aus einer Facebook-Initiative.

Für Frauen ist Mutterschaft ein bedeutendes Ereignis, das das eigene Leben stark verändert. Sie sind in der Folge auf die Unterstützung und die Hilfe der Gesellschaft angewiesen, so wie es das Grundgesetz in Artikel 6 Absatz 4 vorsieht: »Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.« Seit Einführung des neuen Kindschaftsrechts erleben immer mehr Mütter in gerichtlichen Sorgerechtsverfahren bzw. Kindschaftssachen, dass ihre und die Rechte der Kinder nicht gewahrt sind. Die Belastung der Kinder und Mütter in solchen Verfahren ist enorm. Man benötigt guten Rat und Hilfe.

Immer häufiger kommt es nach Trennung zu Trennungskriminalität durch vermehrt streitbereite Kindesväter: Verleumdung durch falsche eidesstattliche Versicherungen, psychische und physische Gewalt und vieles mehr, gegen das sich die Kindesmütter kaum wehren können. In Folge dessen wird immer häufiger Müttern die elterliche Sorge eingeschränkt oder sogar die Kinder entzogen. Hinzu kommt die Stigmatisierung: »Wenn einer Mutter die Kinder entzogen werden, wird das Gericht schon einen Grund für diese Empfehlung haben« ist oft der Eindruck des Umfeldes. Richter verlassen sich zunehmend in ihren Entscheidungen auf die Empfehlung von Gutachtern. Gutachter jedoch müssen für ihre Tätigkeit beim Familiengericht in Deutschland keine Mindestqualifikationen aufweisen. Eingesetzt werden kann jeder: Diplompsychologen, aber auch Erzieher, Pastoren oder Heilpraktiker. Qualitätskriterien für die Gutachten selbst gibt es bisher ebenfalls nicht. Der Informationsdienst Kopp Exklusiv berichtete kürzlich über die Praxis der Gutachter an Familiengerichten.

Engagierte Frauen haben nun in Berlin den Verein Mütterlobby e.V. gegründet. Zur Vorstandsvorsitzenden wurde Barbara Thieme aus Berlin gewählt. Zu den aktiven Mitgliedern zählen u. a. Ärztinnen, Juristinnen und Journalistinnen. Der Verein ist bundesweit tätig und stellt damit einen Gegenpol zu den über 100 eingetragenen Vätervereinen dieses Landes dar. Zu seinen Aufgaben zählen: Förderung der gesellschaftlichen und rechtlichen Würdigung von Mutterschaft; Unterstützung von Müttern in allen Lebensphasen, besonders für Alleinerziehende und Frauen in Sorgerechtsstreitigkeiten; Aufklärung der Öffentlichkeit über die derzeit praktizierte Verfahrensweise in Sorgerechts- und Umgangsverfahren und deren Auswirkungen für Mutter und Kind; Verbesserung der lebenswerten Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Mutterschaft; Entwicklung von Konzepten gegen jede Form von Gewalt gegenüber Müttern und Kindern; Voranbringen der Gleichstellung von Frau und Mann in ihrer jeweiligen Rolle als Mutter oder Vater, besonders nach Trennung; Aufklärung über Trennungskriminalität und Hinwirken auf eine dem StGB entsprechende rechtliche Würdigung.