Eine Fahrpreiserhöhung von umgerechnet zwölf Rappen für Busse und Bahnen hat in Brasilien zu Massenprotesten und Ausschreitungen geführt. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Mehrere tausend Menschen demonstrierten am Donnerstag in São Paulo und Rio de Janeiro gegen eine Fahrpreiserhöhung von umgerechnet zwölf Rappen für Busse und Bahnen. In São Paulo, wo die Polizei 5000 Demonstranten schätzte, arteten die Proteste aus. Nach Angaben der Sicherheitskräfte legten die Demonstranten Feuer auf den Strassen und hatten Molotow-Cocktails bei sich.

Einsatz von Tränengas

Kurz nach 19 Uhr setzten die Beamten laut Angaben eines amerikanischen Nachrichtenportals Gummigeschosse, Tränengas und Pfefferspray gegen die Menge ein. Während sich die Luft mit Rauch füllte, beschimpften wütende Demonstranten die Polizei als Faschisten und bewarfen sie mit Steinen. Rund 150 Menschen wurden nach Zusammenstössen mit der Polizei vorübergehend festgenommen. Der öffentliche Nahverkehr kam weitgehend zum Erliegen. Bei den Protesten in Rio de Janeiro ging es dagegen friedlich zu und her. Etwa 2000 Menschen gingen auf die Strassen, um ihren Unmut über die erhöhten Fahrpreise zum Ausdruck zu bringen.

Keine Einigung in Sicht

Die Stadtverwaltung von São Paulo hat bereits angekündigt, den Forderungen der Demonstranten nicht nachzugeben. Die Preiserhöhungen seien nötig, um die Inflation auszugleichen, teilte die Behörde mit. Im Juni waren die Preise um knapp 6,7 Prozent angehoben worden, auf umgerechnet etwa 1,45 Franken.

Die Demonstrationen kommen wenige Tage vor dem Start des Confederations Cups, der als Generalprobe für die Fussball-Weltmeisterschaft 2014 gilt.

mba/sda