In Brandenburg stehen mehrere Kinderheime unter Verdacht, Kinder misshandelt zu haben. Von Knochenbrüchen, Fixierungen und drakonischen Strafen ist die Rede. Bei der Staatsanwaltschaft Cottbus sind Anzeigen eingegangen. Ehemalige Bewohner fordern die Schließung.
Kinderheim,Jugendheim, Jaasenburg,Jessen, Brandenburg
© dpaEin Schild vor einem Kinder- und Jugendheim der Haasenburg GmbH in Jessen (Brandenburg).
Im Zuge der Misshandlungsvorwürfe gegen Kinder- und Jugendheime in Brandenburg seien zwei Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft Cottbus eingegangen, berichtet die Berliner Morgenpost online. Dabei beziehe sich eine konkret auf die Einrichtung in Jessern und sei von einem ehemaligen Bewohner des Heims erstattet worden, die zweite Anzeige richte sich allgemein gegen die Haasenburg GmbH, die die Heime betreibt.

Nach Angaben der taz reagiere die Politik auf die Berichte der Zeitung vom vergangenen Wochenende schockiert. Demnach wolle das Bildungsministerium eine Kommission zur Prüfung einberufen. Die Staatsanwaltschaft in Cottbus bliebe derweil untätig und beklage, dass ihr für die Ermittlungen benötigte „Klarnamen“ fehlten. Sie bitte deshalb nun die taz um ihre Dokumente.

Ehemalige Bewohner fordern Schließung

Frühere Heimbewohner hatten am Wochenende in der taz ohne Nennung ihrer Namen von drakonischen Bestrafungen selbst für kleinstes Fehlverhalten berichtet. Kinder und Jugendliche seien beim sogenannten Anti-Aggressions-Training so brutal misshandelt worden, dass Knochenbrüche entstanden. Medikamente mit erheblichen Nebenwirkungen seien verabreicht worden und Kinder seien auf Fixierliegen angeschnallt worden, obwohl dies so laut einer Auflage des Landesjugendamts von 2010 verboten sei. Alle der befragten ehemaligen Heimbewohner fordern laut taz die Schließung der Einrichtungen.

Laut Berliner Morgenpost wehre sich der Betreiber der Heime gegen die Vorwürfe. „Bei uns werden keine Kinder gequält“ so Hinrich Bernzen, der der Zuständige für die Außenkommunikation der Haasenburg GmbH sei. Körper- und Menschenrechtsverletzungen gäbe es bei der Haasenburg GmbH nicht. Darüber hinaus fordere er die in der taz zitierten Betroffenen auf, sich zu melden, um die geschilderten Fälle anhand der Unterlagen prüfen zu können.

flm