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Schon wieder wurde auf dem Gartenschau-Gelände in Landau eine 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Der Kampfmittelräumdienst will sie morgen um 10.30 Uhr entschärfen. Wieder müssen 1500 Leute aus ihren Häusern. Und keiner weiß, ob es zum letzten Mal passiert. Nur gut sechs Meter liegt die Bombe vom Fundort des Blindgängers entfernt, der vor 14 Tagen entschärft wurde. Es ist der gleiche Typ, hat aber nur einen Zünder am Heck, was laut Kampfmittel-Räumer Andreas Brümmer auf einen Angriff von Tieffliegern hindeutet.
Die Bombe liegt in der gleichen Baugrube wie ihre Vorgängerin, in rund vier Metern Tiefe. Entdeckt wurde sie bei Baggerarbeiten auf einem Grundstück im künftigen Wohnpark am Ebenberg. Und zwar nicht auf gut Glück, sondern nach einer gezielten Sondierung mit einem speziellen Messgerät. Dieses macht Störungen des Erdmagnetfeldes sichtbar, wie sie durch Metalle hervorgerufen werden. Das können Reste von Stromleitungen sein oder Kabelstücke - oder eben explosive Erbschaften des Krieges.
Die Sondierungen hat die Stadt nach den wiederholten Funden von Kampfmitteln bei Baggerarbeiten in diesem Gebiet vorgeschrieben, so Bürgermeister Thomas Hirsch. Wie berichtet, spricht die Stadt derzeit mit den Fachbehörden darüber, ob flächendeckende Erkundungen im künftigen Wohnpark angeordnet werden sollen. Ein Ergebnis werde es in der kommenden Woche geben, kündigte Hirsch an. Er betonte, die Stadt habe schon in der Vergangenheit alte Luftbilder auswerten und verdächtige Stellen untersuchen lassen. Jedoch fehle auf den Fotos der US-Streitkräfte ein massiver Angriff im Februar 1945, ergänzte Kampfmittelräumer Brümmer.
In einem Radius von 500 Metern um den Fundort müssen am Freitag bis 9 Uhr die Geschäfte geschlossen sein und Anwohner ihre Häuser verlassen haben. Es ist im Grunde das gleiche Gebiet wie vor 14 Tagen (siehe Grafik und Info-Liste). Im Sperrbezirk sind die Kitas ”Wilde 13” und Beethovenstraße, mehrere Firmen und zwei Supermärkte. Nicht geräumt werden muss das Vinzentius-Krankenhaus. Da der Gleisbogen in der Evakuierungszone liegt, muss im Bahnverkehr im Zeitraum rund um die Entschärfung mit Verzögerungen gerechnet werden.
Bettlägerige Personen oder Menschen, die Unterstützung brauchen, sollen bis spätestens heute, 20 Uhr, unter Telefon 06341 19222 mit dem Roten Kreuz Kontakt aufnehmen und sich am Freitag ab 7.30 Uhr zum Transport bereithalten. Wer keine Hilfe braucht, aber nicht weiß, wo er hin soll, findet in der Feuerwache, Haardtstraße 4, ein Plätzchen. Autos dürfen während der Entschärfung im Sperrbezirk geparkt bleiben, dürfen aber nicht bewegt werden.
gauIm Blickpunkt: Die EvakuierungszoneBeethovenstraße
Cornichonstraße 19-49
Franz-Schubert-Straße
Friedrich-Ebert-Straße 23-39
Gabelsbergerstraße 7-20
Guldengewann
Haydnstraße
Ludowicistraße 22-40
Max-von-Laue-Straße
Moltkestraße 27-53
Mozartstraße 9-90
Vogesenstraße 30-75
Werner-Heisenberg-Straße
Wolfsweg (Straßen ohne Hausnummern liegen komplett in der Zone)
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