Sven Astheimer
FAZFr, 28 Jun 2013 12:03 UTC

© dpa
Vom Jahr 2020 an wird die Zahl der Arbeitslosen nach einer Studie unter die Marke von 2 Millionen fallen. Zehn Jahre später werden sogar nur noch 1,7 Millionen erwartet. Damit würde in Deutschland nahezu Vollbeschäftigung herrschen.Deutschland hat heute schon eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Europa. In den kommenden Jahren dürfte sich bei anhaltender Wirtschaftskraft der Trend noch beschleunigen, weil immer weniger Menschen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Vom Jahr 2020 an wird einer aktuellen Studie zufolge die Zahl der Arbeitslosen unter die Marke von 2 Millionen fallen - derzeit sind es noch fast 3 Millionen. Zehn Jahre später werden sogar nur noch 1,7 Millionen erwartet. Die Arbeitslosenquote, die heute 6,6 Prozent beträgt, würde in den beiden Schritten zunächst auf 4,8 und dann auf 4,2 Prozent fallen.
Damit würde zumindest nach der Definition in Deutschland nahezu Vollbeschäftigung herrschen. Arbeitsmarktwissenschaftler sprechen von diesem Zustand bei einer Quote von bis zu 4 Prozent. In weiten Teilen Bayerns und Baden-Württembergs ist dieser Zustand schon heute erreicht. Für Bayern etwa wird den Berechnungen zufolge der Wert sogar flächendeckend nahe 2 Prozent liegen.
Die Studie zeige, dass es künftig genug Arbeit geben werde, sagte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der bayerischen Wirtschaft, in deren Auftrag die Prognos AG die Berechnungen angestellt hat. Brossardt wies aber darauf hin, dass vor allem Arbeitnehmer für anspruchsvollere Tätigkeit gesucht würden. „Arbeitnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung werden es dagegen immer schwerer haben“, sagte er. Zumindest deuten darauf die Berechnungen hin, die das mutmaßliche Stellenangebot und das Arbeitskräfteangebot auf Basis des Mikrozensus hochrechnen und einander gegenüberstellen.
Demnach wird die Erwerbslosigkeit unter Akademikern, die heute schon niedrig ist, nochmals zurückgehen und „gegen Null tendieren“. Lediglich Sprach- und Kulturwissenschaftlern weisen dann noch ein etwas höheres Risiko auf. Unter qualifizierten Arbeitskräften mit Berufsausbildung sinkt die Quote ebenfalls deutlich: innerhalb von 20 Jahren bis 2035 von 5,5 auf 1,6 Prozent. Nur eine Gruppe steuert gegen den Trend: die Unqualifizierten.
Da der Trend zum Abbau von einfacher Arbeit weitergehen dürfte, wird für Personen ohne fachliche Ausbildung sogar eine deutliche Zunahme um mehr als 5 Punkte auf gut 17 Prozent erwartet. „Daher gilt es, den Fokus verstärkt auf die Berufsausbildung zu richten“, lautet Brossardts Schlussfolgerung. Außerdem dürften die Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 nicht weiter zurückgenommen werden durch gesetzliche Mindestlöhne oder die Einschränkung von Zeitarbeit und Werkverträgen.
Kommentar: Bei dieser Studie handelt es sich um eine Prognose - wenn ... dann - und geht von fortlaufenden Trends aus. Trends, dass die Wirtschaft linear immer weiter wächst und alles so bleibt, wie es ist. Was summar summarum eine sehr vereinfachte Darstellung ist.
Kommentar: Bei dieser Studie handelt es sich um eine Prognose - wenn ... dann - und geht von fortlaufenden Trends aus. Trends, dass die Wirtschaft linear immer weiter wächst und alles so bleibt, wie es ist. Was summar summarum eine sehr vereinfachte Darstellung ist.