Vor wenigen Tagen fanden entsetzte Kunden des Target-Einkaufsmarktes in Wilsonville im US-Bundesstaat Oregon auf dem Parkplatz des Discounters ein wahres Meer an toten und sterbenden Hummeln vor.

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Wie der lokale Fernsehsender KATU.com meldete, starben dort während der Nationalen Bestäuber-Woche über 25 000 Hummeln. Zuvor waren die Lindenbäume, die in Kübeln auf dem Parkplatz wachsen, mit Safari, einem hochgiftigen Insektizid, besprüht worden.
Lindenbäume haben üppige Blüten mit viel Nektar und Pollen, die in der Blütezeit massenweise Hummeln und andere Bienen anlocken. Genau die Bäume, von denen es auf dem Parkplatz des Target-Markts in Wilsonville sehr viele gibt, sind also ein beliebtes Ziel für Hummeln, die sich daran nähren und auch helfen, andere Pflanzen zu bestäuben.
Der Eigentümer des Einkaufszentrums, zu dem der Target-Markt gehört, hatte offenbar andere Pläne für die Bienen, denn er soll angeordnet haben, alle Bäume mit dem chemischen Insektenvertilgungsmittel Safari zu besprühen, obwohl die Bäume gerade blühten. Nach Information auf der Website des Safari-Herstellers Valent Professional Products handelt es sich bei Safari um ein Breitbandinsektizid, das alle Arten von Insekten, auch Bienen, tötet.
»Unseres Wissens ist dies einer der schwersten Fälle von Hummelsterben im Westen der USA.« Mit diesen Worten wird Rich Hatfield, ein Naturschutzbiologe bei der Tierschutzorganisation
Xerces Society for Invertebrate Conservation (XSIC, Gesellschaft zum Schutz wirbelloser Tiere) in einer Pressemitteilung zitiert. »Es war herzzerreißend, sie fielen buchstäblich von den Bäumen.«
Lindenbäume wurden unzulässigerweise während der Bestäubungssaison mit Chemikalien besprühtAm 19. Juni sammelten Hatfield und seine Kollegen Hummeln vom Target-Parkplatz und analysierten später, warum sie gestorben waren. Laut XSIC-Direktor Scott Hoffan Black war die Ursache eindeutig das wilde Besprühen mit Safari, obwohl dieses chemische Mittel während der Bestäubungssaison nicht angewendet werden darf.
Offenbar habe eine Landschaftsgärtnerei die Vorschriften missachtet, wonach [Safari] in der Blütezeit nicht versprüht werden dürfe, wird Dan Hilburn, der Direktor des Pflanzenprogramms beim Landwirtschaftsministerium des US-Bundesstaats Oregon (ODA) vom russischen Nachrichtenjournal RT.com zitiert. »Wir vermuten das als die Ursache des massiven Bienensterbens. Noch immer sterben viele Bienen - zuallermeist Hummeln.«
Berichten zufolge hat das Ministerium selbst auch Bienen eingesammelt, um sie auf Pestizidrückstände zu untersuchen. ODA-Vertreter bestätigen, nie zuvor ein derartiges Bienensterben beobachtet zu haben, besonders schlimm sei, dass es in der Nationalen Bestäuberwoche passiert sei, einer Aktion des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA), die alljährlich vom 17. bis 23. Juni stattfindet.
»So etwas habe ich in meinen 30 Jahren im Amt noch nie gesehen«, fügte Hilburn hinzu.
Bürger des Ortes behaupten, die Bienen seien absichtlich umgebracht wordenInzwischen empören sich viele Bürger der Stadt über den Vorfall. Während das Landwirtschaftsministerium des Bundesstaats noch über mögliche unmittelbare Gegenmaßnahmen wie den Schutz der Bienen durch Netze, in die die Bäume gehüllt werden, oder den Einsatz von Mitteln, die die Bienen abhalten, nachdenkt, verlangen Bürger Aufklärung, insbesondere eine Erklärung des Marktmanagers zu der Sprühaktion.
»Das war kein Sterben, das war Massenmord«, kommentierte Rozzell Medina in dem Beitrag von KATU.org. »Wer anderen dabei helfen möchte, in den nächsten Wochen auf dem Parkplatz eine Gedenkveranstaltung für die ermordeten Bienen zu organisieren, kann auf Facebook der Gruppe Wilsonville Bees Memorial beitreten.«
Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:KATU.com
Valent.com
RT.com
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