
„Wir wählen nicht mehr Grün und Rot, das ist der absolute Kneipentod“ war auf Bannern zu lesen. Und die Demonstranten ließen kräftig Dampf ab gegen den „Verordnungswahn“, den ein anderes Plakat anprangerte.
Mehrere Wirte aus Bergheim um „Pittermännchen“-Wirt Hans-Josef Schüller hatten zur Demo mit Podiumsdiskussion aufgerufen. „Toll, dass so viele gekommen sind“, begrüßte Schüller die Besucher.
CDU-Bundestagskandidat Georg Kippels verlangte unter großem Applaus, dass die „Bevormundung“ zurückgenommen werde zugunsten des lockereren Gesetzes von 2008. Neben den Kneipen hätten Vereine bei Brauchtumsfesten zu leiden. „Jeder geht doch freiwillig da hin. Und wenn die wegbleiben, gibt es keinen mehr, den man schützen muss“, gab er zu bedenken. Mathias Jonen vom Kölner Hotel- und Gaststättenverband berichtete von 70 Prozent Umsatzeinbußen im Mai allein in den Kneipen. „Nach dem Sommer werden 30 Prozent der Eckkneipen sterben.“
Martin Wortmann (FDP Pulheim) nahm es liberal: „Es gibt die freie Entscheidung des Bürgers. Das ist uns wichtig. Aber die, die sich nicht selbst helfen können, müssen geschützt werden. Wir müssen eine Ideallinie finden. So geht es nicht.“ Einen schweren Stand hatte Oliver Hemmelmann (Grüne). „Wer will denn schon absichtlich seinen Thekennachbarn gefährden“, fragte er unter lauten „Buh“-Rufen der aufgebrachten Menge und auch des erregt schimpfenden „Pittermännchen“-Wirts. „Wir sind dabei, eine riesige Bewegung zu werden“, schwor Christoph Lövenich vom Aktionsbündnis „NRW genießt“ die rauchenden Freunde der Eckkneipen ein, sich in Unterschriftenlisten einzutragen.



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